Archiv für Dezember 2008

Umzugsstress?!

Mittlerweile gibt es zwei SZ-Artikel zu der Geschichte mit den Nazis in der Müllerstrasse. Erfreulicherweise wird in einem sogar unter anderem dieser blog hier zitiert. In dem anderen Artikel gibts endlich mal was von Condrobs zu lesen, die die Frau in der Müllerstrasse einquatiert haben. Condrobs will bis vor wenigen Tagen nichts von der Gesinnung ihrer Betreuten gewusst haben. Reichlich lächerliche Behauptung wie auch München Pervers schon festgestellt hat. Immerhin wird in dem Artikel auch meine Information bestätigt, dass die Neonazi-Frau vergangene Woche aus der Wohnung geflogen ist.

Bericht zum Vortrag „Homophobie neu erklärt“

Hier ein kurzer Bericht über die Veranstalltung mit Dr. Antje Schuhmann im Sub am 18. Dezember in dem sie einen Überblick über neue sozialwissenschaftliche Erklärungen zur Homophobie gab.

Die Münchner Kulturwissenschaftlerin kam auf Einladung von MERSI Amnesty International (Menschenrechte und Sexuelle Identität) ins Sub.

Zunächst einmal gab es eine kurze Einführung in die Queer Theory. Für Teile der Zuhörer*innen langweilige Wiederholung für andere Teile der Zuhörer*innen wiederum absolut neu und nicht unbedingt leicht zu verstehen. So wurden erstmal die üblichen Begriffe wie: Heternormativität, Zweigeschlechtlichkeit, Homophobie etc. erläutert. Und das hat sie garnicht mal so schlecht hingekriegt.

Interessant wurde es dann bei ihren Ausführungen zu ihrer Arbeit und Forschung in Südafrika. Scheinbar ist südafrikas Verfassung eine der progressivsten der Welt, was die Gleischstellung von sexuellen Minderheiten betrifft. Dennoch gibt es gerade in und um Johannisburg viel Gewalt und strukturell hat sich einiges von der Apartheid erhalten. Darunter leiden gerade Frauen und Menschen die von üblichen Geschlechterrollenverhalten abweichen. Dr. Antje Schuhmann berichtete von mehreren brutalen Morden an Frauen die lesbisch waren. Diese führte sie zum einen auf einen, durch die Kolonialisierung entstandenen, regressiven Diskurs über die „eigentlich afrikanische“ Kultur zurück, in dem Homosexualität als etwas dekadent westliches und unafrikanisches gilt. Zum anderen auf männliche Privilegien in einer Patriachalen Gesellschaft, die von (schwarzen) arbeiterklasse Butches scheinbar gefährdet werden. Der Vollständikeithalber erwähnte Dr. Antje Schuhmann auch noch die Relevanz des Klassenstands und der konstruierten „Rassenzugehörigkeit“ der Opfer für die Morde. Als hoffnungsvollen Lösungsansatz beschrieb Dr. Antje Schuhmann die neue Taktik der unterschiedlichen Gruppen und NGOs wieder gemeinsam gegen die unterschiedlichen Unterdrückungsformen Rassismus, Sexismus und Klassismus zu kämpfen.

Erfreulich wurde es auch als Dr. Antje Schuhmann die Menschenrechte, als neuen Kriegslegitimationsgrund kritisierte. Und das wohl gemerkt bei einer Veranstalltung von Amnesty.

Nach dem Vortrag gab es dann noch eine Diskussion. Die wie immer teilweise recht krude Ansichten zu Tage förderte. Erfreulicherweise wurden einige plumpe Beschuldigungsversuche Richtung Islam und sonderbare Zuschreibungen an „Schwarze“ von einem grossen Teil, der hauptsächlich bürgerlichen Diskuttierenden, zurück gewiesen. Alles in allem ein sehr gelungener Vortrag.

So klein kann die Welt sein.

Vor knapp eineinhalb Monaten gab es auf diesem Blog einen Artikel zu einer Neonazi-Frau die unmittelbar neben dem Sub wohnte. Damals war das Interesse an dem Thema relativ gering. In der schwulen Szene herrschte vornehmlich die Meinung vor, man solle die paar Nazis einfach ignorieren und sie nicht provozieren, da man in der Müllerstrasse ja eh in der Überzahl sei. Trotzdem war es in den letzten Monaten gelungen das Thema in verschiedene Ebenen der schwulen Community zu tragen und damit Widerstand gegen die Neonazi-Nachbarin aufzubauen.
In den letzten Tagen wurde diese dann plötzlich festgenommen, pikanterweise im Zusammenhang mit dem versuchten Mordanschlag auf den Polizisten Mannichl. Desweiteren stellte sich heraus, dass es sich bei dieser Frau scheinbar um die Freundin von Hasselbach (Führender Aktivist der Freien Nationalisten München) handeln soll. Ausserdem ist sie scheinbar ebenfalls eine Aktivistin der Freien Nationalisten München.
das gibt es hier zu lesen:

Ebenfalls am Mittwoch wurde die in München lebende Freundin von Philipp H. vorläufig festgenommen. Ein Nachbar hatte sich bei ihr wegen lauter Skinhead-Musik beschwert, da erklärte sie, er solle aufpassen, sonst gehe es ihm wie dem Polizisten in Passau. Im selben Haus in der Müllerstraße, in dem die Frau wohnt, ist ein Schwulen-Kulturzentrum untergebracht. Da in dem Haus offenbar Neonazis aus- und eingehen, sind nach SZ-Informationen schon Schwule von Rechtsextremen angepöbelt worden.

Es zeigt sich also, dass das herunterspielen der Vorfälle in der Müllerstrasse ein Fehler war. Dennoch gibt es auch erfreuliches zu vermelden: Ihre Wohnung wurde scheinbar mittlerweile geräumt. Sie wohnt dort also nicht mehr. Plötzlich gibt es auch ein Interesse für das Thema in der schwulen Szene und in der Presse. Hoffentlich eine Lehre für die ,die die Sache versucht haben herunterzuspielen.

Keine Zeit…

Da ich zurzeit absolut keine Zeit hab hier was zu schreiben nur ein verweis auf einen Text bei indymedia „Ein kaltblütiger Mord!“.

Männer, Helden, schwule Nazis

Zur Abwechslung hab ich mal einen Veranstalltungshinweis für euch:

Am 4. Dezember findet, wie jeden ersten Donnerstag im Monat, das Antifa-Café im Kafe Marat statt. Diesmal wird der Film „Männer, Helden, schwule Nazis“ gezeigt.

Alles weitere findet ihr auf der Seite der Antifa nt

Leider kommt im Film auch das unsägliche „Opfertelefon“ MANEO vor, dass seit einiger zeit immer wieder seine rassistischen pseudo-statistiken veröffentlicht.

Wer keine Zeit hat kann sich den Film auch im Internet anschauen (mit englischem Untertitel):
„Männer, Helden, schwule Nazis“ Teil1
„Männer, Helden, schwule Nazis“ Teil2
„Männer, Helden, schwule Nazis“ Teil3
„Männer, Helden, schwule Nazis“ Teil4
„Männer, Helden, schwule Nazis“ Teil5
„Männer, Helden, schwule Nazis“ Teil6
„Männer, Helden, schwule Nazis“ Teil7
„Männer, Helden, schwule Nazis“ Teil8