Archiv für Januar 2009

Israel-Palästina-Konflikt in aller Munde

Da dieser Tage auch durch München zahlreiche Demos ziehen, die sich auf den Israel-Palestina Konflikt beziehen, möchte ich nicht darauf verzichten euch auf die Artikel auf LuZi-M hinzuweisen, die ganz gut die Parallel zwischen den einseitigen Positionen Pro-Israel und Pro-Gaza herausstellen. Wie jemand sich in einem so komplexen Konftlikt auf eine Seite schlagen kann, ist mir rätzelhaft. Aus emanzipatorischer Sicht ist eine einseitige Parteinahme für eine von vielen politischen Vorstellungen in Israel oder gar die Solidaritätsbekundungen für eine islamistische Organisation wie die Hamas absoluter Unsinn. Aus diesem Grund möchte ich euch auf eine versöhnlich stimmendere Veranstaltung zu dem Thema hinweisen:

Vom 24.–31.1.2009 findet die Filmwoche „BlickWechsel – Palästina/Israel“ im Vortragssaal der Münchner Stadtbibliothek im Gasteig statt.

Besonders empfehlenswert finde ich den Film:

Shabbat Shalom Maradona
Alles für meinen Vater

Am Samstag 24. Januar 2009 20 Uhr
& Mittwoch, 28. Januar 20 Uhr

Israel/Deutschland 2008
96 Min., 35 mm, arab./hebr. OF. dt. U.
Regie: Dror Zahavi
mit Shredi Jabarin, Hili Yalon, Shlomo Vishinski, u. v. a.

Der junge Palästinenser Tarek sieht keinen anderen Ausweg, als mit einem Selbstmordattentat mitten auf dem Markt von Tel Aviv die Ehre seines Vaters zu retten. Doch die Selbstzündung misslingt. So gewinnt er zwei Tage Lebenszeit, in denen er die jüdische Kultur und die unterschiedlichsten Menschen kennen lernt. Er rettet die suizidgefährdete Frau des störrischen Elektrohändlers Katz und verliebt sich in die wunderschöne wie wütende Jüdin Keren. In Tel Aviv beginnen zwei Tage voller Hoffnung und der Ahnung eines Neubeginns …

Alles für meinen Vater ist das Kinodebüt von Dror Zahavi. Er erzählt seine berührende Geschichte mit atmosphärischen und frischen Bildern, die das alltägliche Leben Tel Avivs in den Mittelpunkt stellen. Die deutsch-israelische Koproduktion gewann den Publikumspreis des Internationalen Film Festivals Moskau und ist in sieben Kategorien für den israelischen Filmpreis nominiert.

Weitere Infos zu der Filmwoche unter:
http://www.hagalil.com/archiv/2009/01/20/film/
Flyer zu der Filmwoche im Gasteig

Stauffenberg reloaded

Nun nimmt sich ja auch Hollywood dem Thema Stauffenberg an. Da es schon zahlreiche Kritiken sowie auch Lob an dem Film gibt, und auch zahlreiche historische Forschungen zum Thema Stauffenberg gibt, lässt sich das Thema eigentlich auf eine Kernfrage reduzieren:

Was war die Motivation für den „Widerstand“ von Stauffenberg und Co?

Da sich diese Frage auch historisch nicht so einfach beantworten lässt, schließlich kann niemand einer historischen Persönlichkeit in den Kopf schauen, kann man eigentlich nur Rückschlüsse aus dem Kontext der Geschichte Stauffenbergs schließen.

Wie diese ausfällen, hängt natürlich auch von den eigenen Vorstellungen ab. Die folgenden Ausführungen entsprechen meinen Vermutungen über die Motivation:

Ich halte es für mehr als unwahrscheinlich, das ein Offizier aus „gutem Gewissen“ handelt, obwohl er die Jahre vorher das Regim durch seinen Dienst unterstützt hat. Auch liegt für mich Nahe, dass ein Militarist wie Stauffenberg, wohl eher den Erhalt seiner geliebten Wehrmacht und/oder des 3. Reiches im Sinn hatte. Ich bin mir relativ sicher: Ein Militaristen und hoher Offizier wie Stauffenberg hatte die drohende Niederlage von Nazideutschland wohl vor Augen, und wollte nur noch retten was zu retten war. Mit einer tatsächlichen Opposition hat das sicher wenig zu tun. Kann es Zufall sein, dass die Verschwörer um Stauffenberg den Notfallplan „Walküre“ von Hitler, der das dritte Reich gegen einen Aufstand seitens „der Zivilbevölkerung, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen“1 schützen sollte, benutzt haben um ihren „Staatsstreich“ zu ermöglichen?

„Soldaten des Ersatzheeres sollten dabei kriegswichtige Punkte in Berlin und anderen größeren Städten besetzen und gegen Aufständische vorgehen. Die Auslösung durch das Codewort Walküre war Adolf Hitler persönlich und dem Kommandanten des Ersatzheeres vorbehalten.“2

So verweisen die Fans des militärischen Widerstands immer wieder darauf, dass man die antidemokratische Haltung von Stauffenberg im zeitgeschichtlichen Kontext ruhig ignorieren könne. Meiner Meinung nach kann man dies nicht. Auch das Stauffenberg in diesem Film als Familien- und Gefühlsmensch dargestellt wird, halte ich für fragwürdig, gibt es doch viel glaubwürdigere Widerstandskämpfer gegen das dritte Reich, z.B: Georg Elser. Bei dieser Gelegenheit möchte ich die Seite des Georg Elser Arbeitskreises Heidenheim empfehlen: www.georg-elser-arbeitskreis.de, dessen „Ziel […] es (ist), dass Georg Elser in der Erinnerungskultur des deutschen Widerstands gegen die nationalsozialistische Diktatur [den] herausragende[n] Stellenwert eingeräumt wird, der ihm zusteht“3. Außerdem sind dort die Verhörungsprotokolle der Gestapo dokumentiert. Deren „Wahrheitsgehalt wird dadurch unterstrichen, dass es von den Nazis nie veröffentlicht wurde und im krassen Gegensatz zu den Verlautbarungen der NS-Presse steht. Schließlich decken sich die wesentlichen Punkte mit Aussagen von Elsers Verwandten, Freunden und Kollegen“4.

Die Bewertung eines wie immer gearteten Widerstandes gegen das dritte Reich, hängt also zu großen Teilen von der eigenen politischen Meinung ab. Allen denjenigen die keine Befürworter des Militarismus sind, würde ich aber raten von einer Heroisierung Stauffenbergs abstandzunehmen.

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Walk%C3%BCre [zurück]
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Walk%C3%BCre [zurück]
  3. http://www.georg-elser-arbeitskreis.de [zurück]
  4. http://www.georg-elser-arbeitskreis.de/texts/protokoll.htm [zurück]

Kreuz net Nachschlag.

Als ich für den vorherigen Artikel auf Kreuz net war, fiel mir sofort ein Artikel ins Auge: „Die Deutschen hatten keine andere Wahl“ (hxxp://www.kreuz.net/article.8497.html). Da wird dann mal eben Israel mit Nazideutschland verglichen.
Erinnerte mich doch sofort an einen Artikel den München Pervers mal geschrieben hat:

Aber zuviel rumsurfen sollte man dann auf der katholischen online-Gehirnwaschmaschine doch nicht: Bei Artikeln wie “Die Deutschen sind genetisch bedingte Verbrecher”, einer Apologie der antisemitischen Hohmann-Rede von 2003, kann es einem leicht schlecht werden. Spätestens bei dem Neologismus “Volksmitglieder”, der kaum die Nähe zum “Volksgenossen” im besonderen und die Nähe zum Neofaschismus im allgemeinen veschleiern kann.

Passende Worte zu dem neuen Artikel findet dann auch jemand in der Kommentarspalte auf Kreuz net:

Kreuz.net ist auf Kamikaze-Kurs! Die Vergleiche werden immer abstruser! Der Antisemitismus tritt unverhüllt ans Licht!

Was haben Moslems und Homosexuelle gemeinsam?

Was Moslems und Homosexuelle gemeinsam haben? Die Antwort hat der Salzburger Bischof Andreas Laun gefunden! Moslems und Homosexuelle denken gleich. Denn beide Gruppen dürfen nicht konvertieren. Gemeint ist natürlich die Konvertierung zum Christentum und zur Heterosexualität.
Damit ich nicht auf Kreuz net verweisen muss, könnt ihr das hier nachlesen.

Ergreifend.

Auch wenn der blog hier so langsam zu einer Hinweisseite auf f*king queers wird, verweise ich auf einen Artikel eben dort. Es geht um einen total ergreifender Film zum Paragraph 175, inklusive gibts einen Link zum Film. Wenn man da die alten Schwulen bei ihren Erzählungen und Gefühlsausbrüchen sieht, geht das zumindestens an mir nicht spurlos vorüber. Auf jedenfall sehenswert.