Archiv für April 2009

Off Pride

Mal endlich wieder eine Veranstaltung auf die hingefiebert werden darf. Der Off Pride in Zürich.

Anlässlich der in Zürich stattfindenden schwul-lesbischen EuroPride organisieren wir, Menschen aus allen Ecken der Schweiz, vom 5. bis 7. Juni 2009 in Zürich die off_pride, ein buntes Fest mit Konzerten, Performances, Ausstellungen, Vorträgen und Weiterbildungs-Workshops, etc.

Das originelle, vielseitige Programm der off_pride ist eine notwendige Ergänzung zur EuroPride. Unser Ziel ist es, einem breiten Publikum queere Theorien und Praxen näher zu bringen und eine kritische Auseinandersetzung mit denselben zu fördern. ›Queer‹ hinterfragt die Einteilung in ›normale‹ und ›nicht normale‹ Lebens- und Begehrensformen und problematisiert stereotype Geschlechtszuweisungen.

Es ist so unglaublich viel geboten. Musik, Performances, Austellungen, Filme, und Workshops. Kann es schon kaum mehr erwarten!

Kapitalismus gut für Schwule und Lesben?

Queer Nation und die FDP nahe Friedrich-Naumann-Stiftung haben jetzt in einem Seminar herausgefunden: Frei Marktwirtschaft und Rechte für Schwule und Lesben hängen zusammen. Verglichen mit Ländern in denen „religiöse oder sozialistische Regime herrschen“(1) gehe es Schwulen und Lesben da besser wo Frei Marktwirtschaft herrscht. Auch wenn es heisst, dass die „… Marktwirtschaft zwar kein Garant, aber eine notwendige Bedingung für die Gleichstellung Homosexueller sei.(2)

Es handelt sich also um eine Momentaufnahme. Deswegen wird der Faschismus wohl unter den Teppich gekehrt. Oder liegt es vielmehr daran, dass die schwule bürgerbewegungs Organisation Queer Nation und die FN-Stiftung Freie Marktwirtschaft und bürgerliche Demokratie gleich setzten? Genau diese Gleichsetzung führt dann auch zu der These im Kapitalismus gehe es Schwulen und Lesben gut. So wird den Ländern in denen die Situation von homosexuellen schlecht ist einfach abgesprochen, dass dort Marktwirtschaft herrschen würde.

In der Ankündigung wird dann die Frage aufgeworfen:

Sollte die bürgerliche Emanzipation Homosexueller überhaupt in politischen Kategorien gedacht werden, oder ist sie möglicherweise nur eine Frage des Lifestyles auf dem freien Marktplatz?

So erscheint der schwul/lesbischen Bürgerbewegung, die eigene Bewegung scheinbar mittlerweile selbst, als zu politisch. Die neue Vorgehensweise ist dann wohl die Propagierung des homonormative Projektes, des schwulen neoliberalen Lifestyles. Denn gerade Homosexuelle passen ja eigentlich super in die neoliberale Welt, des unternehmerischen Ichs, vorausgesetzt sie passen in die Kategorien weiss, männlich, wohlhabend und gesund.

Mal wieder der Versuch Homosexuelle vor den Karren des Kapitalismus zuspannen. Scheint in Mode gekommen zu sein die Homosexuelle Bürgerbewegung gegen verschiedene Sachen zu instrumentalisieren (und sie lässt sich gerne instrumentalisieren). Mal gegen den „homophoben Islam“ und jetzt mal gegen den Sozialismus. Man darf gespannt sein für was die homosexuelle Bürgerbewegung noch Speerspitze spielen darf.