Archiv für Mai 2009

Demokratie an der Uni.

Demokratie und Universität, das sind für mich zwei Begriffe die nichts miteinander zu tun haben. Mal ganz abgesehen davon, dass die gewährten Rechte der Studierenden bei der Mitbestimmung gegen Null gehen, gibt es ohnehin kaum Interesse der Studierenden an sowas.

Deswegen „lacht“ bei Uniwahlen das anarchistische Herz noch mehr als bei anderen Wahlen. Die Wahlbeteiligung ist unglaublich niedrig und die meisten Fachschaften sind zusammengesetzt aus den Dozent*innen hörigen Hilfskräften. Unzufrienheiten werden runtergeschluckt und ignoriert.

Nun tut sich aber ein neues Problem auf. Die Institute bräuchten den Druck, auf die Universität, durch die Studierenden um eigene Ziele zu erreichen. Also muss die pseudo-demokratische Aktivität der Studierenden wieder erhöht werden. Deswegen überlegen manche Fachschaften jetzt sogar schon ob sie Wahlplakate, ganz so wie die Vorbilder in der Politik, aufhängen sollten. Es werden Rundmails geschickt in denen die jeweiligen Fachschaften die Wichtigkeit der Studentischen pseudo-Mitbestimmung loben.

Zum Dank darf die Fachschaft dann für das Institut, als Steuerer der Studierenden agieren. Zuwenig Studierende auf einem Vortrag/Veranstaltung des Instituts? Das soll die Fachschaft mal schnell richten und wenn sie schon dabei ist dann darf sie auch noch für die Dozent*innen ein bischen Arbeit verrichten mal im Lohnverhältniss und mal ohne Bezahlung.

Da ist ja selbst die repräsentative Demokratie in der BRD weiter.
Nun manch ein*e Leser*in wird sich jetzt zu Recht denken. Warum schreibt der so einen Artikel. Die Antwort ist einfach: das ist eine persönliche Abrechnung mit der eigenen Studierendenvertrettungsvergangenheit.

Homophobie.

Und gleich noch ein weiteres Fundstück. Es geht um eine Studie an Homophoben Männern*.

Fussball und Homophobie.

Ich selber hab ja sowas von keinen Bezug zum Fussball. Dennoch finde ich das Thema Homophobie im Fussballstadion irgendwie total interessant. Deswegen möchte ich hier auf den Nachfolger der DSF Reportage „Homosexualität im Fußball“ Teil (1) (2) (3) (4) (5) hinweisen.

Die Nachfolge Dokumentation heisst: „Tabubruch – Der neue Weg von Homosexualität im Fußball“ Teil (1) (2) (3) (4) (5) .

Wer suchet der findet mal wieder.

Die regelmäßigen Leser*innen dieses Blogs werden es schon kennen. Hin und wieder schaue ich welche Suchanfragen Menschen auf diese Seite gebracht haben. Gerade wenn es eigentlich hier direkt zu der Frage nichts zu lesen gibt, versuche ich dazu was zu schreiben, damit der Besuch nächstes mal nicht umsonst ist.

Diese Woche gab es zwei Suchanfragen die mir aufgefallen sind: „Homosexuelle und Kapitalismus“ sowie „schwule vs hetero“. Die zweite Suchanfrage ist eher lustig den irgendwie interessant beantwortbar. Die erste hat mich jedoch darauf gebracht, dass das durchaus ein interessantes Thema ist. Einerseits scheint gerade bei der FDP das Thema immer wieder genutzt zu werden um den Kapitalismus zu verteidigen. Als Beispiel werden da z.B Realsozialistische Länder wie Cuba aufgeführt aber merkwürdigerweise auch Länder wie z.B der Iran. Mal ganz abgesehen davon das es sich in Cuba nur um eine andere Form von Kapitalismus handelt frage ich mich doch ob es wirklich Leute gibt die den Iran für ein Land halten in dem nicht der Kapitalismus herrschen würde.
Auf der anderen Seite stehen da Menschen die sich selbst als Antikapitalisten bezeichnen und in Homosexualität nur eine Dekadenz des Kapitalismus sehen. Erschreckenderweise habe ich sogar schonmal einen schwulen Kommunisten getroffen der das merkwürdigerweise ähnlich sah.
Deswegen eine klares Statement von mir: Befreiung vom Kapitalismus muss einhergehen mit einer sexuellen Befreiung, besser noch mit einer Befreiung von geschlechtlichen/sexuellen Identitätszwängen, die Minderheiten erst konstruieren.

Outings als politisches Kampfmittel.

Anfang der 90er löste Rosa von Praunheim eine Outing Debatte aus, als er im Fernsehen schwule Prominente outete. Die Debatte führte zu folgendem kaum angezweifelten Ergebnis: Outings sind nicht in Ordnung.

Begründet wird dies neben dem Selbstbestimmungsrecht eines Jeden, auch immer wieder mit einer gewünschten Solidarität innerhalb der marginalisierten sozialen Gruppe. Oft wird diese soziale Gruppe mit der „Community“, der LGBT-Szene gleichgesetzt (Was natürlich nicht korrekt ist.)
Ich habe bis jetzt noch keine*n getroffen der das im Alltag anders halten würde. Weiss ich z.B von jemanden, dass er schwul/lesbisch/trans* ist und merke das der Wunsch zum Comeing out nicht gegeben ist aktzeptiere ich das auch so.

Durch diese alltäglichen Praxis wirft sich aber auch eine andere Frage auf: Wie steht es mit dem Outing als Mittel im politischen Kampf. Darf man* schwule/lesbische/trans* Politiker*innen outen weil sie politisch gegen die Emanzipation von Lebensweisen arbeiten, die abseits der heterosexuellen Kleinfamilie liegen. Oder sogar explizit Homo/Trans*-phobe Politik betreiben. Auch ich möchte gerade deswegen Outings als politisches Kampfmittel nicht ausschliessen. Vieleicht auch weil ich eine generelle Solidarität mit der diffusen sozialen Gruppe, der ich zugeschrieben werde ablehne.

In den USA kommt im Mai der Film Outrage in die Kinos. In dem Film werden US-Politiker*innen geoutet die Homophobe Politik betrieben haben und gegen irgendwelche Gleichstellungsgesetzte gestimmt haben. Befragt werden verflossene Sexpartner, es wird in Datingportalen gesucht, Polzeiverhaftungen werden recherchiert um gewisse Personen zu outen. Verständlicherweise hat der Film zu großen Kontroversen geführt. Ein Film auf den ich auf jedenfall gespannt bin.

8. Mai doch anders…

Tja dann kam doch vieles anders wie erwartet. Fast keine Nationalfahnen auf der Demo(eine SU Fahne habe ich gesehen). Und das Ende der Demo war für München mal wieder überraschend gut. Bericht gibts bei Indymedia . Hier auch schonmal die zwei schönsten Bilder aus dem Bericht:

8. Mai in München.

Eigentlich freue ich mich schon richtig auf den 8. Mai. Es gibt endlich mal wieder eine Antifa Demo bei der nicht den Nazis hinter her gelaufen werden muss (Die warten brav an ihrer Heulkundgebung). Am Abend gibts dann etlich Partys auf denen die Befreiung ausgiebig gefeiert werden kann. Nachdem ich aber den eigentlich sehr gelungenen Aufruf der Antifa Jugend München gelesen hab, kann ich mir schon denken auf was das wieder rauslaufen wird.

Deswegen rufen wir alle auf, am 8.Mai um 17:30 in die Thalkirchnerstraße, Ecke Kapuzinerstraße, zu kommen und mit zu demonstrieren. Auch ist ein Verbot der Fahnen der Siegermächte über den deutschen Faschismus nicht akzeptabel.

Das riecht mal wieder nach Fahnenprovo. Die von manchen Münchnern als Party Antifa bezeichnete entwickelt so langsam also eine „Praxis“.