Outings als politisches Kampfmittel.

Anfang der 90er löste Rosa von Praunheim eine Outing Debatte aus, als er im Fernsehen schwule Prominente outete. Die Debatte führte zu folgendem kaum angezweifelten Ergebnis: Outings sind nicht in Ordnung.

Begründet wird dies neben dem Selbstbestimmungsrecht eines Jeden, auch immer wieder mit einer gewünschten Solidarität innerhalb der marginalisierten sozialen Gruppe. Oft wird diese soziale Gruppe mit der „Community“, der LGBT-Szene gleichgesetzt (Was natürlich nicht korrekt ist.)
Ich habe bis jetzt noch keine*n getroffen der das im Alltag anders halten würde. Weiss ich z.B von jemanden, dass er schwul/lesbisch/trans* ist und merke das der Wunsch zum Comeing out nicht gegeben ist aktzeptiere ich das auch so.

Durch diese alltäglichen Praxis wirft sich aber auch eine andere Frage auf: Wie steht es mit dem Outing als Mittel im politischen Kampf. Darf man* schwule/lesbische/trans* Politiker*innen outen weil sie politisch gegen die Emanzipation von Lebensweisen arbeiten, die abseits der heterosexuellen Kleinfamilie liegen. Oder sogar explizit Homo/Trans*-phobe Politik betreiben. Auch ich möchte gerade deswegen Outings als politisches Kampfmittel nicht ausschliessen. Vieleicht auch weil ich eine generelle Solidarität mit der diffusen sozialen Gruppe, der ich zugeschrieben werde ablehne.

In den USA kommt im Mai der Film Outrage in die Kinos. In dem Film werden US-Politiker*innen geoutet die Homophobe Politik betrieben haben und gegen irgendwelche Gleichstellungsgesetzte gestimmt haben. Befragt werden verflossene Sexpartner, es wird in Datingportalen gesucht, Polzeiverhaftungen werden recherchiert um gewisse Personen zu outen. Verständlicherweise hat der Film zu großen Kontroversen geführt. Ein Film auf den ich auf jedenfall gespannt bin.