Wer suchet der findet mal wieder.

Die regelmäßigen Leser*innen dieses Blogs werden es schon kennen. Hin und wieder schaue ich welche Suchanfragen Menschen auf diese Seite gebracht haben. Gerade wenn es eigentlich hier direkt zu der Frage nichts zu lesen gibt, versuche ich dazu was zu schreiben, damit der Besuch nächstes mal nicht umsonst ist.

Diese Woche gab es zwei Suchanfragen die mir aufgefallen sind: „Homosexuelle und Kapitalismus“ sowie „schwule vs hetero“. Die zweite Suchanfrage ist eher lustig den irgendwie interessant beantwortbar. Die erste hat mich jedoch darauf gebracht, dass das durchaus ein interessantes Thema ist. Einerseits scheint gerade bei der FDP das Thema immer wieder genutzt zu werden um den Kapitalismus zu verteidigen. Als Beispiel werden da z.B Realsozialistische Länder wie Cuba aufgeführt aber merkwürdigerweise auch Länder wie z.B der Iran. Mal ganz abgesehen davon das es sich in Cuba nur um eine andere Form von Kapitalismus handelt frage ich mich doch ob es wirklich Leute gibt die den Iran für ein Land halten in dem nicht der Kapitalismus herrschen würde.
Auf der anderen Seite stehen da Menschen die sich selbst als Antikapitalisten bezeichnen und in Homosexualität nur eine Dekadenz des Kapitalismus sehen. Erschreckenderweise habe ich sogar schonmal einen schwulen Kommunisten getroffen der das merkwürdigerweise ähnlich sah.
Deswegen eine klares Statement von mir: Befreiung vom Kapitalismus muss einhergehen mit einer sexuellen Befreiung, besser noch mit einer Befreiung von geschlechtlichen/sexuellen Identitätszwängen, die Minderheiten erst konstruieren.


2 Antworten auf “Wer suchet der findet mal wieder.”


  1. 1 muenchenpervers 18. Mai 2009 um 22:31 Uhr

    Nicht nur die FDP. Gerade auch die deutschpatriotische Initiative Queer Nations, eine Abspaltung vom rechten LSVD, fährt den argumentativen Kurs „uns homos gehts so gut im kapitalismus“ konsequent. Heute z.b. schreibt einer der prominentesten Verteter der IQN, der taz-Autor Jan Feddersen in ebendieser Zeitung über den gescheiterten CSD in Moskau, der im Schutz des Grand Prix stattfinden sollte, als Fazit seines Artikels: „Moskau, das steht fest, kann auf diese Weise jedoch niemals Teil eines zivilisierten Europas sein.“ (taz vom 18. Mai 2009, S. 14) Was zivilisiert für die Feddersensche* heißt, ist da ziemlich klar: kapitalistisch.

  2. 2 rosa*zelle 02. Juni 2010 um 22:16 Uhr

    au weh, jan feddersen scheint ja eine ziemliche vorliebe für das wort „zivilisiert“ zu haben. soweit ich mich erinnere schrieb er nämlich in einem anderen taz-artikel von der „zivilisierung des vormodernen“ – und meinte damit das vorgehen von lsvd und co gegen die vermeintlich sehr verbreitete homophobie unter jugendlichen migranten.

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