Archiv für Juni 2009

40 Jahre Stonewall Riot!

Heute vor 40 Jahren, in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni löste eine Bullen Razzia im Stonewall Inn (New York), den Stonewall Riot aus. Was als millitanter Widerstand gegen Bullenschickanen/gewalt begann sollte die Welt nachdrücklich verändern. Der Funken des Widerstands sprang schnell auf die gesamte „westliche“ Welt über. Die Schwulen/Lesben/Trans*-Bewegung wurde geboren. Das ist erstmal ein Grund zu feiern.

40 Jahre später hat sich die Heteronormativität eher noch verstärkt, die ehemaligen Vorkämpfer*innen wurden von der bürgerlichen Schwulen und Lesben Bewegung marginalisiert und verdrängt und der Christopher Street Day wandelte sich von einer politischen Demonstration, im Geiste Stonewalls, zu einer kommerziellen und angepassten Partyveranstaltung, die als höchste Forderung nur noch die Homosexuellen Ehe kennt. In der Community dominieren gutverdienende weisse* Schwule. Es ist also höchste Zeit den Geist von Stonewall zu reaktivieren.

Erfreulicherweise gibt es diesjahr auf dem Münchner CSD einen Linken Block (11.7.09 12 Uhr Marienplatz Wagen 26-29) der sich auf Stonewall bezieht.

Gut deshalb, weil Aktivist*innen von den damaligen Aktivist*innen einiges lernen können. So können wir* z.B von Sylvia Rivera lernen, dass der Kampf für Emanzipation nicht teilbar ist.


Remember that Stonewall was a riot!

Bericht Offpride

Bis jetzt hab ichs leider nicht geschafft einen Bericht zum Offpride zu schreiben. Das will ich nun nachholen es folgt, also mein ganz subjektiver Bericht:

Wir kamen Donnerstag Nachts in Zürich an. Glücklicherweise hat die Bettenbörse super funktioniert und wir kamen in einer traumhaften WG unter. Am Freitag ging die Off Pride dann los. Die Eröffnung fand im Infocafe Kasama statt. Neben Infos gabs hier auch schonmal ein kleines Preview auf die Performance von Dred am Samstag. Das ist eine ganz grossartige Drag Künstlerin* aus New York, bekannt aus dem Film Venus Boys. Und das war wirklich der Hammer, wie sich der Rasta Typ der vorher im Kasama sahs plötzlich in eine Frau* verwandelte. Sicher die beste Drag King/fluid gender Show die ich je gesehen hab.

Nach der Eröffnung des Festivals musste ich dann leider feststellen, dass viele Veranstalltungslocations ganzschön weit ausseinanderliegen. Dementsprechend bin ich an dem Wochenende sicher etliche Kilometer pro Tag zu Fuss gelaufen. Obwohl ich mir am Freitag nach dem ersten Workshop erstmal ein Fahrrad geliehen hab. Das kann man in Zürich nämlich kostenlos, dafür fährt man dann Werbung spazieren. Leider muss man es bis halb zehn zurück geben. Was leider wenig praktikabel ist. Immerhin konnte ich mit dem Fahrrad zum etwas weiter drausen liegendem DIY Dildo+Sextoy-Workshop fahren. Der fand in einem wirklich grossem Besetzten Haus statt. Wobei das wohl früher ein Karosieriewerk war oder sowas, da ging sogar der ein oder anderen Berliner*in der Mund auf. Der DIY Dildo+sextoy-Workshop war dann auch ganz grossartig. Leider stellte sich heraus das man da ewig viel zeit braucht, deswegen sind wir nicht mehr zu den Dildos gekommen. Ich hab eigentlich auch mehr irgendwas gebastelt den irgendwelche Sextoys hergestellt. War aber dennoch ganz lustig, vorallem da ich die Workshopleiterin* schon vom Queer Beograd festival kannte. Allgemein trifft man immer wieder die selben Leute auf solchen Festivals. Was irgendwie schon ganz lustig ist. Zwischenzeitlich führ ich mit meinem Fahrrad dann zum einkaufen und beschloss das Fahrrad (mit MCdonalds Werbung) lieber mit in den Workshop raum zu nehmen, das gab natürlich lustige Reaktionen!

Freitag Abend gab es dann die erste Party mit dem Rattenchor aus Berlin den ich ja schon ewig mal sehen wollte und mosh mosh aus Zürich, die wirklich eine klasse, besoffene Show auf der Bühne abgezogen haben. Inklusive jemand aus dem Publikum ziehen und einen Stuhl auf der Bühne zuzerlegen. Sind übrigens am 27. Juni als Dj*ane Team und am 27. September als Band in München. Sollte man sich nicht entgehen lassen! Dann gabs noch einen lustigen Film aus Hamburg zum Thema Gentrification, der mich so beeindruckt hat das ich es hier erwähnen will.

Ansonsten lässt sich nur noch sagen: auf der Party gab es viele hübsche Typen und die Preise auf der Party konnten locker mit den Münchner Kommerzschuppen mithalten. Deswegen musste ich nach dem ich all mein Geld ausgegeben hatte, den assipunk-modus aktivieren und Flaschen und Gläser für Pfand zurückgeben. Bis zum Ende das Abends wurde das auch erstmal von den Thekenmenschen so aktzeptiert (auf der nächsten Party wurde dann aber immer fleissig eingesammelt). Nunja die Party endete für mich irgendwann um sechs, was mal wieder massgeblich dafür gesorgt hat, dass ich am nächsten Tag nicht allzuviel Workshops mitbekommen habe. Immerhin hatten wir gerade noch Glück und konnten uns der Off Pride Meute anschliessen die in einer lustigen Spontandemo vom Infocafe zur Europride zogen. Das war richtig geil. Wir erreichten den Europride Zug gerade als er sich in Bewegung gesetzt hatte und traffen frontal auf den ersten Wagen, was zahlreiche verdutzte Gesichert nach sich zog. Auch die Bullen waren vorher schon leicht irritiert was da jetzt kommt. In Workshops hatten vorher einige Schirme gebastelt auf denen Sprüche wie „stonewall was a riot“ u.ä stand.
Einer hatte ein Schild dabei auf dem stand „Pink Cops wer von euch hat meinen kurdischen Freund abgeschoben“(vom mir ins hochdeutsche übersetzt), an die schwulen Bullen adressiert, die auf der Parade mitliefen. Nacher war wohl einer der Bullen so dreist ihm zuzurufen „ich war das!“. Die Europride Parade war dann teilweise auch ätzend, da lief echt alles mit: Schwule/Lesbische/Trans* Bullen, Soldaten, Christen, Esoteriker etc.pp. teilweise gab es themenbezoge Parolen von dem Offpride mob. Bin dennoch mal gespannt, wann die ersten Schwulen Nazis da mit nem eigenen Wagen rumlaufen. Das ist das einzige was da noch an Gruppen fehlt. Nachdem wir uns irgendwo in die Parade eingefädelt hatten und eine zeitlang mitgelaufen war endete die Parade ebenso lustig wie sie angefangen hatte. Anstatt auf den Abschlussplatz zu ziehen zogen wir einfach weiter eine Strasse runter, gefolgt von etlichen Menschen, von denen sich uns wohl nur ein Teil aus Solidarität anschloss und der andere mehr aus Verplantheit.
Danach sahs ich wegen totaler Erschöpfung erstmal ein paar Stündchen wieder im Infocafe um von dort aus über Umwege auf die Party aufzubrechen. Der Umweg bestand darin mehrmals über das Partygelände der Europride zu laufen, die den auch in München bei CSDs üblichen Ballermanflair ausstrahlte. Dürfte der erste CSD/Pride gewesen sein auf dem ich selbst mal relativ nüchtern war und mich das deswegen gestörrt hat.
Die Party am Abend war dann wieder in der selben scheiss teueren Location vom Vortag. Diesmal gab es etliche Performances von Drag/Burlesque Gruppen. Leider zog sich das ganze ewig hin und ich kam nicht mal mehr zum tanzen weil ich so fertig war, dass ich nach Hause gehen musste.

Am nächsten Tag, dem Sonntag, hab ich mir dann noch etwas gehetzt und im Abreisestress den Vortrag von Georg Klauda zur Heteronormalisierung der Islamischen Welt angeschaut.

Alles in allem, hatte ich wie auf jedem Politfestival nur ein Bruchteil von dem geschafft was ich vor hatte. Ausserdem hab ichs irgendwie verpasst, die leute anzuqatschen auf deren Blogs ich regelmässig lese und von den ich wusste das sie da sind. Man möge mir das verzeihen. Ansonsten wars aber sicher einer der besten Queerfestivals auf denen ich jemals war. Da hat die Offpride Crew wirklich einiges auf die Beine gestellt.

Abschliessen möchte ich aber noch erwähnen, dass es mir mal auch mal wieder nicht gelungen ist die normale linksradikale Szene zu besuchen. Irgendwie gibts es da zwar teilweise personelle und räumliche Überschneidungen mit der Queerszene ansonsten hat man aber scheinbar nichts mitteinander zu tun. Hab dann auch niemand gefunden der mit mir auf eine Antifaparty in ein besetztes Haus gehen wollte. Aber was solls ich sitzt halt irgendwie immer zwischen den Stühlen…

Pervers und christlich!

Leider bin ich bis jetzt immer noch nicht dazu gekomen einiges zu schreiben was ich hier eigentlich schreiben will, deswegen erstmal folgendes. Meine Kategorie „Wer suchet der findet!“ in der ich immer die besten refers auf diesen Blog veröffentliche, hat eine dunkle Vergangenheit! Hab nämlich erst neulich durch eine gleichnamigeSuchmaschienensuche, die jemand auf diesen blog brachte, herausgefunden, dass es sich bei „Wer suchet der findet!“ um ein Bibelzitat handelt. Zwecks postmoderner Lustigkeit nenne ich die Kategorie aber nicht um und beschäftige mich stattdessen mit meiner eigenen christlichen prägung die, scheinbar nicht spurlos an mir vorüber gegangen ist und das obwohl ich nichtmal aus einer christlichen Familie komme.

Und zum Abschluss meine lieblings Suchmaschienensuche die jemand auf diesen blog geführt hat: „wenn es pervers wird blockt meine frau“.

Nimm mich mit, wenn du gehst…

Meine Dauerfeierlocation, das Kafe Marat, wurde leider vorübergehend geschlossen. Nach dem ersten Schock waren die spontan verlegten Events bis jetzt aber eigentlich ganz lustig. Wollen wir trotzdem hoffen, dass es nicht zu lange dauert. Von meiner leeren Drohung nach Berlin zu ziehen seh ich erstmal ab.

Bald gehts los.

Bald geht es los nach Zürich. Die Vorfreude wächst. Habe auch vor zum Off Pride hier ein bisschen was zu schreiben. Wenn ichs schaffe gibts auch schöne Fotos von Zürich.