Archiv für August 2009

getarnte Christenpropaganda.

Vor kurzem war ich in einer pseudoalternativen Kneipe, mit Freundinnen* saufen. Beim gehen warf ich noch ein Blick auf die Werbungsflyer, die jetzt in vielen Kneipen rumliegen. Meistens mit irgendeinem lustigen Spruch drauf, bewerben die irgendwelche Produkte. Diesmal sah ich dort unter anderem eine CD in einer Pappschachtel, auf der stand „3 Punx are dead“. Drauf stand irgendwas von wegen Dokumentation über 3 Punx die tot sind, im Sinne von keine Punx mehr dachte ich. Irgendwas kam mir dann aber schon komisch vor, als ich die CD heute anschauen wollte: Die Unterüberschrift war „3 Punks, 3 Horror-Tripps, 1 Ausweg“. Also las ich erstmal wer dafür verantwortlich ist. Und fand nur Informationen, die völlig unaussagekräftig waren. So z.B das Label Microfilm.

Also legte ich die CD ein und spülte schonmal ein bischen durch, um dann rauszufinden an welchem Horrortrip die Jungs* leideten. Wenig überraschend kam dann irgendwo eine stelle, in der es um Jesus und so Zeug ging. Das war also der Horror-trip um den es ging: das Christentum. Hatte ich also einen Christen-Propaganda-Film mit nach Hause genommen. In nächster Zeit mal im Auge behalten wo die das überall hinschmeissen.

Mit dem Teufel auf der Brust

Der Folgende Beitrag stammt von der Gastautorin* Henriette Blümke. Die mir freundlicherweise diesen Artikel zugeschickt hat:

Am 22. August 2009 las Kerstin Steinbach im Münchner Internationalen Haus aus ihrem Buch „Es gab einmal eine bessere Zeit … (1965–1975) Die verhaßten Bilder und ihre Botschaft“, erschienen im Freiburger Ahriman Verlag www.ahriman.com

Das Unbehagen über den Verlag beschreibt der Artikel.
Das Verlags-Logo zeigt einen Teufel mit Dreizack und erigiertem Penis. Es ist Satyr, die Symbolfigur für hemmungslose Wolllust. Beim durch die Wälder streifen, rammelt er alles nieder, was nicht rechtzeitig die Flucht ergreift. Von der katholischen Kirche zum Alpha-Männchen gekürt und „verteufelt“, nimmt er den Omega-Männchen die Weibchen weg.
Satyrn sind in der griechischen Mythologie Waldgeister im Gefolge des Dionysos. Dionysos (römischer Name: Bacchus) ist in der griechischen Götterwelt der Gott des Weines, der Freude, der Fruchtbarkeit und der Ekstase. Satyrn sind wollüstige Wesen von kräftiger, ungeschlachter Gestalt, mit struppigem Haar, stumpfer, aufgeworfener Nase, zugespitzten Ohren und einem Ziegenschwänzchen oder kleinen Pferdeschweif. Auf antiken griechischen Vasen sind sie oft mit Phallus dargestellt.
Der Dreizack ist in der griechischen Mythologie das Zepter und die Waffe des Meeresgottes Poseidon (römischer Name: Neptun).

„Kerstin Steinbach“ arbeitet unter ihrem richtigem Namen als Ärztin. Als Kerstin Steinbach schreibt sie zum Beispiel in den „Ketzerbriefen“ des Ahriman Verlages über Michael Jackson, den „Oscar Wilde unserer Zeit“.

Die „bessere Zeit“ fand ungefähr von 1965 bis 1975 statt und steht bei Frau Steinbach für durch die Medien springende schöne nackte und junge Frauen.

Frau Steinbach, eine attraktive Frau von 47 Jahren, wirkt wie von einer nudistischen, zwangssexualisierten Institution vorgeschickt. Bei der anschließenden Diskussion redet eine ebenfalls sehr schöne Frau in der ersten Reihe verdächtig ähnlich.

Das Kleidungsgebot solle „außerhalb der Beruflichkeit“ aufgehoben werden. Die eigene Nackheit genießen zu können, sei ein narzisstisches Bedürfnis.
„Wer nackt ist, kann schneller sexuell aktiv werden. Er muss sich nicht erst ausziehen.“

Doch: Öffentlich nackt sein darf und soll, wer schön ist. Die anderen – die Alten, die Nicht-so-Schönen, die Hässlichen, die Behinderten – sollen angezogen bleiben. Zitat: „Hässlichkeit darf Schönheit nicht behindern. Die müssen dann eben traurig sein, das ist nicht zu ändern.“ und „Die Lahmen dürfen nicht das Tempo der Armee bestimmen.“

Frau Steinbach erzählt ein erschreckendes Beispiel. In einer Ausstellung mit dem Thema Schönheit wurde ein Film gezeigt, in dem alte nackte Menschen vom Beckengrund eines Schwimmbassins gefilmt worden waren. Frau Steinbach entsetzte sich über „uralte Greisinnen mit ekligen Genitalien“.

Die „Kinderschänder-Propaganda“: Sexueller Missbrauch von Kindern würde nur von den Medien so aufgebauscht. Frau Steinbach weiß, dass Kinder keinen sexuellen Anreize ausstrahlen. Die Missbrauchenden würden nur ihre Machtgelüste an den Kindern befriedigen wollen. Die vergewaltigten Kinder wird dieser Unterschied sicher sehr beeindrucken.

Intimrasur ist auch nicht gut und lungert im „Kindchenschema“ herum.
Die Rasierenden entledigten sich damit eines markanten, evolutionär selektierten sexuellen Reifemerkmals.
http://www.ahriman.com/abstracts/ubw0105_genitalrasur.htm

Sex soll nur mit Menschen im reproduktionsfähigen Alter vollzogen werden, also nicht nur nicht mit Kindern, auch mit alten Menschen nicht.

Die heutige Zeit ist die „finstere“ Zeit.
Die „bessere“ Zeit wurde (u.a.) von den „Feministen“ zerstört und beendet.
„Feministen“ sind böse, verklemmte Menschen. Sie gehören zu den „finsteren Mächten“, welche – ohne Atempause hintereinander gesprochen – der Papst, Adolf Hitler, Konrad Adenauer und Alice Schwarzer sind. Sie mögen die schönen und nackten und jungen Frauen in den Medien nicht. Sie – die „Feministen“ – haben am Ende der „besseren“ Zeit Brustwarzen auf Werbetafeln weggekratzt, BHs über nackte Brüste gemalt und das Frauen-Symbol daneben gesprüht.

Den immer wieder von Frau Steinbach erwähnten und Alice Schwarzer zugeschriebenen Satz „Sex ist Arbeit“ konnte ich (zumindest) im Internet nicht finden.
Aber das hier: „Sex ist Arbeit“, betont Carol Leigh alias „Scarlot Harlot“. Deshalb feiert die bekannte Prostituierte aus den USA dieses Jahr [2000] erstmals mit den Berliner Prostituierten den 1. Mai als „1. Tag der Sexarbeiter in Europa“.

Gemeint hat Frau Steinbach wohl: „Von wegen ungezügelte Leidenschaft – Sex ist Arbeit!“. Für die (Mittelklasse-)Ehefrau. Aus purer Berechnung halte sie ihren Mann bei Laune. http://jungle-world.com/artikel/2009/11/33004.html
Da stimme ich Kerstin Steinbach dann mal zu.

Alice Schwarzer, der finstere Feminist, wird immer wieder für ihre Aussagen zum „Lohn für Hausarbeit“ getadelt.
Wie Simone de Beauvoir lehnt Alice Schwarzer den Hausfrauenlohn ab. „Hausfrauenlohn würde Frauen nicht befreien, sondern sie zusätzlich versklaven! Würde sie noch mehr an Kinder und Küche ketten! Ich höre schon förmlich den Ehemann, Arbeiter oder Unternehmer, wie er nach Hause kommt: „Sauwirtschaft hier! Immer noch kein Essen auf dem Tisch. Schließlich wirst Du ja dafür bezahlt.““ http://www.frauenmediaturm.de/schwarzer_hausfrauenlohn.html
Wo Frau Steinbachs Problem mit diesen Aussagen liegt, kann ich nur ahnen. In der Zuarbeitung zu den Konstrukten „Frau“, „richtige Frau“ / „Mann“, „richtiger Mann“?

HEUTE sei Nacktheit (wieder) verpönt. Die nackte Haut von heute wird in „eklige“ Strapse gesteckt, die Brüste werden in Büstenhaltern zusammengequetscht. Es herrsche „sexuelles Elend“.
In einer Umfrage hätten 3% der befragten Frauen angegeben, beim (nicht selbst durchgeführten) Sex einen Orgasmus zu erleben.
Die „hasserfüllte Spur der Feministen“ liege auf der Verleugnung des „vaginalen Orgasmus“ (wieder Alice Schwarzer).
Auf http://www.aliceschwarzer.de/128.html schreibt sie tatsächlich:
„Als „frigide“ gilt heute eine Frau, die keinen „vaginalen Orgasmus“ bekommt, das heißt, einen Orgasmus, der ausschließlich durch das Eindringen eines Penis in die Scheide ausgelöst wird. Das ist die wissenschaftliche Definition. Gleichzeitig aber weiß diese Wissenschaft, dass es den vaginalen Orgasmus gar nicht gibt. Der Kinsey-Report basiert auf der Befragung von 6.000 Frauen und eben sovielen Männern. Er ist die bisher umfassendste Studie der herrschenden Sexualpraktiken und konstatiert in nüchternen Zahlen und Fakten: Es gibt keinen vaginalen Orgasmus, es gibt nur einen klitoralen …“
6.000 Frauen und eben soviele Männer wissen und kennen sicher auch nicht alles. Und bei verschiedenen Frauen ist’s halt verschieden. So finster wie es in der Vagina ist (sehr vermutlich in jeder), so finster ist Frau Steinbachs Appell an die Sex-Dauerbereitschaft des nackten Volkes. (Als ich während der dreistündigen Veranstaltung auf der Frauen-Toilette in den Spiegel gucke, gelingt es mir nur mäßig, mich „schön“ zu finden. Der Steinbach’sche Ekel hat mich erfasst.)

Von konkret lesbischen Frauen war keine Rede, nur von Homosexualität und Päderastie, die gemeinsam auf dieselbe Stufe der Nicht-„Perversionen“ gestellt wurden.

Die Pille als Verhütungsmittel wird von Frau Steinbach sehr gelobt. Sie hätte – entgegen finsteren Falschmeldungen – „fast keine Nebenwirkungen“. (Mal abgesehen von: http://www.ratgeber-pille.net/nebenwirkungen.html)

Während des ganzen Vortrags benutzt Frau Steinbach nur die männliche Endung. Mit der „feministschen Verseuchung“ in Form von „Ekelkram“ wie dem Binnen-I in -Innen würde mensch nur „unnötig ans Geschlecht erinnert werden“. (Ist doch gerade beim Geschlechtsverkehr ganz reizvoll, ans Geschlecht erinnert zu werden.)

Oft ist von Affen die Rede. Die machen alles ganz super. Kopulieren wie sie wollen. Nackt sind sie sowieso. Schön brauchen sie anscheinend nicht zu sein.

Wir – das Publikum – werden zu Experimentierfreudigkeit aufgefordert. Im geschützten Heim einfach mal was wagen! Nackt durch den eigenen Flur rennen und Wilhelm Reich zitieren.

Es passt vieles nicht so richtig zusammen, im Hause Steinbach und Ahriman.
Am Büchertisch der Veranstaltung stehen zwei Männer, jeweils mit schwarzem T-Shirt mit der Verlags-Teufel auf der Brust. Der Phallus des Satyr wird zumindest atmungsaktiv bewegt. Die Männer sehen freundlich, aber nicht sehr betörend aus. Ich möchte keinen von beiden mit nach Hause nehmen.

Der Horror meiner Jugend

Ein Bild zur Angstvorstellung meiner Schulzeit. gefunden bei nennmichrosinenhund

Maneo zur manipulation ihrer Umfragen

Nachdem ich vor ein paar Tagen über gefläschte bzw. manipulierte Umfragen von Maneo durch sogenannte „Islamkritiker*innen“ berichtet habe, gibt es jetzt endlich ein Statement von Maneo zu den Vorwürfen. Zu lesen gibt es ein Interview mit MANEO-Projektleiter Bastian Finke bei BLU.

WAS SAGST DU ZU DEM GERÜCHT, DASS DIE LETZTE MANEO-UMFRAGEN VON BEFRAGTEN MANIPULIERT WORDEN SEIN KÖNNTE?
Wir sehen keinen Anlass, einem solchen Gerücht zu glauben, zumal sich der Journalist hier auf eine anonyme Quelle beruft und kurz darauf erklärt: „Einen Beweis für die Manipulation der MANEO-Studie liefert die anonyme Quelle nicht, Rückfragen sind nicht möglich“. Spätestens hier fragt sich doch jeder: Ja, was soll denn das? Sicher gibt es in jeder Umfrage Leute, die falsche Angaben machen. In vielen Fällen bekommen wir das aber raus, weil sich Widersprüche auftun. Entsprechend wird hier statistisch bereinigt.Darin sind unsere renommierten Soziologen, die unsere Umfrage wissenschaftlich begleitet haben, sehr erfahren. Leute, die versuchen, Umfragen zu manipulieren, sind meist keine guten Fälscher. Angeblich soll es sich auch nicht um eine massenhafte Fälschung der Umfrage gehandelt haben.

Da wurde bei Maneo wohl nicht genau gelesen den anstoss der Sache mal nachzugehen gab zwar eine anonyme Quelle, Daraufhin wurden aber in diversen Internetforen zahlreiche Aufrufe gefunden an der Maneo Umfrage teilzunehmen um Stimmung gegen Muslime zu machen und zwar auf bekannten und gut besuchten islamphoben Seiten wie günepest und pi-news. Es hilft also nichts die nicht nachprüfbare Quelle des anonymen Users anzugreiffen. Auch das diese Leute zu dumm seinen sollen einen Internetfragebogen anständig zu fälsche erscheint fragwürdig. Was an einer völlig unrepräsentativen Umfrage im Internet wissenschaftlich sein soll, können einem warscheinlich auch nur Soziolog*innen erklären die standart Vorgehensweisen für eine repräsentative Umfrage nicht kennen.

Wenn Einzelne dennoch gefälscht haben, bleiben das Einzelfälle, die sich angesichts der hohen Beteiligung ohnehin nicht nennenswert auf die Ergebnisse auswirken könnten. Schlimm ist ein Gesamteindruck, den der Artikel verbreitet: unsere erfahrenen Soziologen, Mitarbeiter, Unterstützer, Helfer, unser wissenschaftlicher Beirat, das MANEO-Projekt und unser Trägerverein Mann-O-Meter e.V., seien durch Betrüger leicht manipulierbar, dumm und einfach zu instrumentalisieren.

Das es sich eben nicht um Einzelfälle handelt zeigen alleine schon die gut besuchten islamphoben Websiten, auf denen der Aufruf zur Fälschung verbreitet wurde, sowie die zahlreichen bösen Kommentare von Islamphoben unter dem Queer.de Artikel (getroffene Hunde bellen).

.. ZUDEM NOCH DIE UNTERSTELLUNG, MAN HABE MANIPULIERT, UM MUSLIME ANZUGREIFEN …
Das ist doch Humbug, außerdem, mit Verlaub, ein schlechter journalistischer Stil, mit dem hier Queer.de arbeitet. Der Redakteur arbeitet nicht sauber, konstruiert selbst das Szenario, das er anprangern will. Was soll das? Von Muslimen als Tätergruppe ist weder in der Umfrage noch im Bericht die Rede. In der zweiten MANEO-Umfrage wird zwar ein höherer Anteil an Gewaltbetroffenen im Vergleich zur Vorjahresuntersuchung festgestellt, es wird jedoch kein Anstieg an Gewalt behauptet, auch nicht ein Anstieg an Gewalt, der Menschen mit Migrationshintergrund zugeordnet werden kann. Der Vergleich geht nicht, weil 1. repräsentative Umfragen in der schwulen Szene bislang gar nicht durchführbar sind und 2. auch ein Vergleich der Zahlen in beiden Umfragen methodisch nicht möglich ist. Darauf gehen wir in unserem Berichte jedoch ausführlich und differenziert ein. Ein Anstieg kann zwar stattgefunden haben, aber wir wissen es nicht genau. Der Autor inszeniert das Problem selbst. Er hätte die Ergebnisse unserer Studien, die wir online veröffentlicht haben, besser lesen sollen.

Zumindestens weiss man bei Maneo, dass ihre Umfragen nicht repräsentativ sind. Wer allerdings nicht repräsentative Zahlen veröffentlicht, muss zumindestens damit rechnen, dass viele das als aussagekräftig lesen. Und genau so wurde über die Umfragen ja auch berichtet. Und wer danach frägt welcher Nationalität die Täter* womöglich angehört haben könnten verlässt eh den wissenschaftlichen Rahmen. Schätzungen über Sachverhalte die gar niemand wissen kann und so geht es bei der Frage der Nationalität, eben offensichtlich nicht um den Pass sondern um Migrationshintergrund.

ES HEISST, DASS EURE ERHEBUNGEN ZU ANTISCHWULER GEWALT WENIG AUSSAGEKRAFT BESITZEN WÜRDEN?
Auch diese Aussage baut wieder auf eine selbstgebastelte Konstruktion. Die Aussagekraft, auf die wir uns stets bezogen haben, liegt in der hohen Teilnehmerzahl. Es ist bemerkenswert, wie viele Menschen sich an der Umfrage beteiligt haben. In diesem Zusammenhang ist es bereits erwähnenswert, wie viele von Vorfällen berichten und wie wenig von diesen Vorfällen angezeigt wurden. Ihre Aussagen haben wir analysiert. Es wurde von unserer Seite aus nie erklärt, dass es sich bei unserer Studie um eine repräsentative Studie handelt. Eine solche ist ja auch gar nicht möglich. Es gibt deswegen ja bislang auch keine und es wird sie vorerst auch nicht geben. Denn dazu müsste Homosexualität ein leicht und eindeutig abgrenzbares Merkmal sein, was es nicht ist. Von daher können wir nur auf eine hohe Beteiligung zielen und darauf unsere Aussagekraft beziehen. Das ist besser als gar keine Umfrage.

Ich frage mich warum hier ernsthaft noch von einer Studie die rede ist. Vielmehr handelt es sich bei Maneo um eine Ansammlung von Fällen. Von denen jetzt scheinbar auch noch einige dazu gefälscht wurden. Da frage ich mich doch, ist das einzige was die Umfragen von Maneo beweisen können, dass es antischwule Gewalt gibt? Und wer ausser reaktionären Vollidioten würde das bezweifeln.
Gefährlich wird es dann aber wenn man daraus mehr ableiten möchte. Etwa eine Entwicklung antischwuler Gewalt oder etwas über die Täter* und Hintergründe dieser Gewalt ableiten möchte.

WAS WERDET IHR NUN TUN?
Wir werden unsere erfolgreiche Arbeit weiter fortsetzen. Wir leisten seit nahezu 20 Jahren qualifizierte Opferhilfe –übrigens waren 30% der Betroffenen, die wir beraten haben, nicht-deutscher Herkunft bzw. mit Migrationshintergrund; sie kamen u.a. aus Serbien, Rumänien, Türkei, Jemen, Marokko, Israel, Libanon, Pakistan usw. –, wir registrieren homophobe Übergriffe, die sich in Berlin und im Umlang ereignet haben, wir leisten Gewaltprävention und Aufklärung, weiter auch mit der Polizei, und wir mobilisieren gegen vorurteilsmotivierte homophobe Hassgewalt. Mit unserer Projektarbeit stehen wir gegen jede Form von vorurteilsmotivierter Hassgewalt. In unserer Arbeit werden wir von starken demokratischen Bündnispartnern unterstützt, aus allen gesellschaftlichen Gruppen, ob in Berlin, in Deutschland, in Europa, in Israel, in den USA, international.

Soll heissen „wir sind ja keine Rassisten“, dann muss aber auch die willkürliche Zuordnung der Täter* zu irgendwelche Nationalitäten aufhören. Dann muss klar gemacht werden, dass es sich nicht um eine Studie handelt sondern um eine Sammlung von Fällen(die nicht überprüfbar sind). Und dann sollte man sich auch nicht durch Rassist*innen instrumentalisieren lassen.
Schade auch, dass Maneo nur auf Nachfrage zu den Vorwürfen überhaupt Stellung bezieht. Auf ihrer Internetseite ist nach wie vor nichts zu finden.

Bash Back!

Gerade habe ich dadurch, dass ich auf Meta verlinkt wurde, eine symphatische Gruppe von Menschen endeckt: Bash Back!. Hier gibts ein grossartigen Artikel über sie und bei gofreak tolle Bilder.

Und allein schon die Reaktionen fundamentalistischer Gruppen (ist das wirklich von denen?) ihre Youtube Videos sind Werbung genug:

Maneo-umfragen wurden gezielt gefälscht.

Seit geraumer Zeit schreibe ich auf diesem Blog etwas zu dem Antigewalt-Projekt Maneo. Besonders angeheizt durch eine Austellung im Sub. Maneo steht ja schon seit längerem in der Kritik wegen latentem und offenem Rassismus, ihrer Umfragen zu antischwuler Gewalt. Nun gibt es auf Queer.de einen interessanten Bericht: Maneo-Umfrage gezielt manipuliert?
Scheinbar haben Islamphobe, Rassist*innen und andere Idioten die Möglichkeit genutzt, dass in Maneoumfragen nach der Nationalität der Täter gefragt wird, diese sollen die Opfer anhand vom Aussehen der Täter* erraten. Nun haben Islamphobe massenhaft an der Onlineumfrage von Maneo teilgenommen und Türken* und Araber* als Täter* angegeben.
Auf Queer.de heisst es dazu:

Von gezielten Manipulationen spricht ein anonymer „Frank“, der sich bei der Queer.de-Redaktion gemeldet hat und sich als „Aussteiger“ bezeichnet. Aussteiger aus einem Subbereich der schwulen Szene, der sich vom Islam bedroht fühlt und Muslime generell als Feindbild bekämpft.

Ganz unschuldig ist Maneo freilich nicht daran, dass die Idee überhaupt erst aufkam. Liegt das doch vielmehr an dem Aufbau des Fragebogens, der durch Rassismus verzerrte Ergebnisse erst möglich macht.

Das beweisst mal wieder:

Lasst euch nicht mehr von Rassist*innen gegen Migrant*innen instrumentalisieren!
Unser Kampf um Befreiung ist nicht teilbar!

Veranstaltungstipp

Am 26. August kommen zwei Aktivistinnen* der Aktionsgruppe Anarchafeminismus der Libertären Aktion Winterthur nach München. Sie halten einen Vortrag zum Thema “Anarchafeminismus – ein Ansatz der noch ausgearbeitet werden muss”. Zu sehen um 19.30 Uhr in der Basisbuchhandlung. Eintritt frei.

Gleichzeitig schreiben sie bei ihrer* Tour durch Deutschland einen Reiseblog.
Mehr Informationen und andere Reisedaten gibts hier.

Elsässer und Sexismus.

Nachdem sich Elsässer schon in seinem Schwachsinnigen Iran Artikel „Glückwunsch, Ahmadinedschad!“ mit Formulierungen wie:

Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmidenedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben.

in seiner Wortwahl in Homophobie und Sexismus vergriff (von der er sich später halbherzig distanzierte) folgt nun das hier:

Kinder nämlich – diese Erkenntnis ist so einfach, dass sie schmerzt – brauchen zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit Bezugspersonen mit polaren Geschlechtermerkmalen. Wenn aber Leute “Mamma” und “Papa” spielen, die selbst keine gefestigte Geschlechtsidentität haben, werden die Heranwachsenden in ein sexuelles und seelisches Chaos gestürzt. Das erinnert an die Rocky Horror Picture Show mit Transsexuals from Transsylvania – die Realität wird grausamer als der Film.

so schreibt Elsässer hier.

Nachdem seine Kapitalismuskritik also schon, die der Nazis ist, geht es jetzt also gegen die „Genderideologie“, in den Kommentaren dazu greiffen dann viele die Vorlage auf und lassen ihrem Sexismus und ihrer Homophobie freien lauf. Fragt man sich nur was die zahlreichen Menschen dazu sagen würden, die aus einer nicht-traditionellen Familie kommen. Also alle Kinder von Alleinerziehenden oder die ettlichen Kinder die nach dem Coming Out eines ihrer Eltern mit dessen neuen Partner*in zusammenleben. Was die selbsternannten Retter*innen der Familie scheinbar immer wieder vergessen: die heterosexuelle Kleinfamilie ist ohnehin schon am Ende, kaum eine „Familie“ wird diesem Idealbild überhaupt noch gerecht. Das aufrechterhalten so eines Schwachsinns führt nur dazu, dass Partnerschaften weitergeführt werden, die schon lange vorbei sind. Alles damit die Kinder in einer „normalen“ Familie aufwachsen. Ist doch egal ob da geschlagen und gesoffen wird. Bloss nicht die sexuelle Integration der Kinder gefährden. Denn die kriegt die Psycholog*in nicht mehr so leicht hin wie die Neurosen und Psychosen die einem die Eltern mitgeben.

H1N1(Schweinegrippe)-Hysterie und ökonomische Interessen

Obwohl „Alle bisher vorliegenden Daten aus den verschiedenen Staaten zeigen, dass das pandemische H1N1-Virus, […] bei den meisten Menschen immer noch zu relativ milden Krankheitsverläufen führt […] “, gibt es in den Medien eine verzerrte Berichterstattung über das Virus1.

So kommt es zu Schlagzeilen wie: WHO erklärt Schweinegrippe zur Pandemie, dennoch wird in dem Artikel eingeräumt das in Deutschland bis jetzt nur rund 100 Menschen erkrankt sind, und außerdem „In den meisten Fällen verläuft die Krankheit allerdings glimpflich und ist mit herkömmlichen Medikamenten gut zu behandeln“. Ebenfalls wichtig zu bemerken ist dass „Ein wichtiges Kriterium für die Ausrufung einer Pandemie [darin besteht], dass eine Krankheit sich in einer anderen als der Ursprungsregion selbstständig weiterverbreitet“. Über die Gefährlichkeit sagt das jedoch noch nichts aus.2

Mittlerweile gibt es auch eine als Infoportal daherkommende Seite zur Schweinegrippe namens www.schweinegrippe-deutschland.de die von einer Internettelefontechnologie Firma betrieben wird und durch unseriöse Aufmachung (Artikel über „Schweinegrippe-Partys“ ist mit einem Bild von einer Horde Schweine garniert; Mächtige viele Textfehler wie z.B. „Ein Arzt weißem mit Kittel und Mundschutz betritt den Airbus A330″, „Gespenstische Szene. mitten Schweine Influenza-Alarm in der City“) ins Auge fällt. Die vielen GoogleAdsWords Einblendungen lassen wohl darauf schließen was der vornehmliche Zweck dieser Domain ist. Da das Unternehmen auch die Domain bibibloxberg.de besitzt, liegt die Vermutung nahe, das die Herrschaften wohl außerdem Geld damit verdienen wollen den Domainnamen gewinnträchtig weiterzuverscherbeln.

Am meisten dürfte die Schweinegrippe-Hysterie aber den verschiedenen Pharmaunternehmen nutzen die durch die Bundesregierung beauftragt worden sind die Impfstoffe für die Massenimpfungen bereitzustellen. So tragen die Pharmaunternehmen nun nicht mehr das Risiko die Impfstoffe herzustellen und dann darauf zu hoffen, diese auf dem Markt anzubringen, sondern erhalten eine Abnahmegarantie. Besteht die normale Produktionskapazität für saisonalen Grippeschutzimpfung bei etwa „20 und 30 Millionen Dosen“ sollen im Fall epidemischen Ausweitung des H1N1-Virus in Deutschland 160 Millionen Schutzimpfungen (die Impfung muss zwei mal erfolgen) produziert werden. Das soll durch die Reduzierung der Antigenmenge pro Impfdosis und die Reduzierung nur auf den H1N1 Virusstamm (saisonale Impfstoffe enthalten drei verschiedene Virenstämme) bewerkstelligt werden. Der Grund warum dieser Impfstoff trotzdem wirksam wäre gibt das Paul-Ehrlich-Institut an: der Impfstoff würde eine sogenannte Verstärkersubstanz (Adjuvanz) enthalten, die dazu führen soll, dass nicht nur die Antigenmenge reduziert werden könnte, sondern auch dazu führt das die Impfung mit nur einem Virenstamm trotzdem vor mmutiertenVersionen dieses Virus Impfschutz verschaffen würde.

Allerdings regt sich mittlerweile auch öffentlich wahrnembare Kritik gegen die Hysterie und den Impfstoff (dessen Risiken und die Abwälzung des wirtschaftlichen Risikos der Produktion auf die Gesellschaft). Dr. Wolfgang Wodarg (Internist und Spezialist für Lungenheilkunde, Hygiene und Umweltmedizin) kritisiert zum Beispiel, dass der Nährboden des Impfstoffs von Novartis Krebszellen tierischer Herkunft sind. „Einige befürchten, dass bei geringen Verunreinigungen aus diesen hochpotenten Krebszellen ein Krebsrisiko für die Geimpften besteht.“ (nebenbei sei auch noch bemerkt das die enthaltenen Adjuvanzien (MF59 und AS03) an Tieren getestet wurden. Pfui!). Auch er kritisiert die Hysterie die um den H1N1 Virus gemacht wird, so bezeichnet er den Virus als „lächerlich verglichen mit anderen Grippezügen“.3

Mein Vorläufiges Fazit zu diesem Thema lautet also das die Medien froh sind, das Sommerloch (die Witzshow zur Bundestagswahl reicht dafür aber auch wirklich nicht) mit einem weiteren reißerischen Thema gestopft zu haben, die beteiligte Pharmaindustrie dürfte zufrieden sein mal ein planwirtschaftlichen Geschäft durchzuziehen und alle anderen die noch ein paar Taler für den geplünderten Krisengeldbeutel brauchen dürften sich mit dem Schweinegrippe Merchandise von Mundschutz bis Tamiflu zufrieden geben.

Der Taler rollt, die Krise ist vorbei! ;-D

  1. http://www.pei.de/cln_116/nn_1509734/DE/infos/presse/presse-briefing-statement.html [zurück]
  2. http://www.tagesschau.de/ausland/schweinegrippe392.html [zurück]
  3. http://de.news.yahoo.com/1/20090807/thl-spd-politiker-wodarg-angst-vor-schwe-5e422d2.html [zurück]

Schon wieder Chaos in der Münchner Rechten.

In München passieren ja immer wieder, durchaus skurrile und manchmal amüsante Sachen in der Rechtsextremen Szene. Man erinnere sich an die Blitzehe von Mike Nwaiser und einer Aktivistin der Apfelfront. Jetzt gibts mal wieder was neues. Der wegen dem Attentat auf den Regensburger Polizeichef Mannichl festgenomme Manuel Heine, hatte jetzt seinen Prozess. Allerdings nicht wegen der Mannichl-sache, sondern wegen Tier- und Kinderpornos, die bei der deswegen stattfindenden Hausdruchsuchung gefunden wurden. Zeigt sich mal wieder schön die Doppelmoral in der extremen Rechten.