Dubiose Bands/Künstler* in München

Stell dir vor du bist Manager irgendeiner Band oder eines Künstlers*, der irgendwie dubios ist z.B mit patriotischen, nationalistischen, sexistischen, homophoben Tendenzen. Stell dir vor du willst für die Band/den Künstler* ein Konzert in München organisieren. Was machst du? Du wendest dich vertrauensvoll ans Backstage. Hier darf Jede*r auftretten. Von irgendwelchen homophoben Reaggie/Dancehall Musikern* bis zu grauzonen Bands. Keine Sorge vor Protesten gegen den Auftritt. Wenn sich jemand beschwerd, dann unterschreibt deine Band/dein Künstler* eben irgendeinen Text in dem sie/er* sich vorsorglich von allem distanziert.

Konkret gibts dafür im Moment zwei Beispiele an denen man sich das ganz gut vor Augen führen kann. Bei der Band Frei.Wild die am 10.11 im Backstage spielt schaut das dann so aus:

FREI.WILD – Statement

„Als Band FREI.WILD möchten wir uns klar und geschlossen von jeglichem Extremismus, insbesondere von rechts gerichtetem, distanzieren. […].“
Frei.Wild

(Zu der Band und einem anderen Auftritt gibts auch einen neueren Indymedia Artikel.)

Oder im Vorfeld von einem Sizzla Konzert im Backstage (27.11), wird dann schonmal vorgeschoben:

Wenn Sizzla keine Erklärung abgibt, in der er sich von volksverhetzenden, Gewalt verherrlichenden und homophoben Inhalten distanziert, wird der Auftritt verboten,“ erklärte Daniela Schlegel, Sprecherin des Kreisverwaltungsreferates, gegenüber der Tageszeitung „tz“.

Quelle

Also wirds warscheinlich so laufen wie die Jahre zuvor auch. Das Backstage macht wieder grosses Drama. Beim letzten Mal, wo es Proteste gegen einen homophoben Reggie/Dancehallmusiker* gab, wurde ein Diskussionpodium veranstaltet und die Rosa Liste war sich nicht zu blöd einige Worte vor dem Konzert auf der Bühne an das homophobe Publikum zu richten. Im Endeffekt findet das Konzert dann aber immer statt. Im übrigen distanzieren sich die Künstler* dann wieder von ihren Statements sobald ihre Tour vorbei ist, auf das es sich bei der nächsten Tour wiederholt.

Bleibt den Backstage nur zu hoffen, dass es irgendwelchen Aktivist*innen nicht irgendwann zu blöd wird, vorher dagegen zu protestieren und irgendwelche Flugblätter an, die hauptsächlich deutschen* Pubertierenden zu verteilen, die solche Konzerte besuchen und stattdessen zu effektiveren Gegenmassnahmen greifen. So ist zumindestens die Stimmung einiger Aktivist*innen, nach der Farce bei der letzten ähnlichen Veranstaltung vom Backstage.

Bash Back!