Archiv für August 2010

Deutschland schafft sich ab …

… aber leider nur in der Fantasie eines biologischen (Wer Juden über ihr Erbgut zu definieren versucht, auch wenn das vermeintlich positiv gemeint ist, erliegt einem Rassenwahn) & kulturellen Volkswirtschaftsrassisten (Leicht ersichtlich in seinen diversen Aussagen wie: „Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass die finanziellen und sozialen Kosten der muslimischen Zuwanderung weitaus höher waren als der daraus fließende wirtschaftliche Ertrag.“).

Der am 29. September 2010 auch noch nach München kommt um im Münchner Literaturhaus sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ vorzustellen. „Gabor Steingart wird Fragen stellen und den Autor mit der medialen Berichterstattung der letzten Wochen konfrontieren“.1

Der Auftakt seiner Lesereise in Hildesheim konnte bereits verhindert werden. In den Monaten September und November sind weitere Veranstaltungen geplant in Potsdam, München, Pforzheim, Menden, Heidelberg und Sindelfingen. Außerdem sei euch noch die Presseerklärung der Antifa NT empfohlen.

  1. http://www.literaturhaus-muenchen.de/programm/druckversion.asp?ID=7891 [zurück]

Sizzla abgesagt!

Wie „Chiemgau24″ und die „SZ“ berichten, findet das Konzert des homophoben Dancehallsängers zum Ende des „Chiemsee Reggae Summers“ am Sonntagabend nach heftigen Protesten nicht statt. Antisexist_innen, queere Aktivist_innen, Vertreter_innen von Parteien und selbst der Kirche hatten gegen den geplanten Auftritt protestiert.

Schlingensief tot!

Christoph Schlingensief erklärt per Megafon im September 2003 an der Hauptwache in Frankfurt am Main den Ablauf seiner Pfahlsitzaktion: Auf sieben mit Sitzen versehenen Baumstämmen sollten „Arbeits-, Obdach- oder Hoffnungslose“ ausharren und Gelegenheit haben, ihre „fremdbestimmten Ängste zu demonstrieren“. „Wir brauchen keinen Kanzler und keine Kanzlerin, keinen Bundeskulturminister und kein Deutschland. Ein leeres Kanzleramt ist das größte Kunstwerk dieser Republik“, sagte er einmal. (Foto: dpa)

Schöner Artikel zu Heterosexismus

Heute den guten Artikel: „Schwule Maedchen gibt es nicht“ gelesen. Den kann ich euch nur an das Herz legen:

Schon das intro glänzt:

…Selbst die beiden 17-jährigen Stadtteilantifas wissen doch heute schon, dass auch Frauen bei der Soliparty mit Schutz machen sollten und Homophobie irgendwie auch Scheiße ist. Genauso sicher wie das Amen in der Kirche ist aber auch, dass Tim und sein Kumpel Paul zwar gerne miteinander abhängen und sich durch die eine oder andere brenzlige Situation irgendwie miteinander vertraut fühlen, jedoch nie miteinander ins Bett gehen würden. Pauls Bedürfnis nach körperlicher Nähe zu Tim wird dann nur in zufälligen Berührungen und kumpelhaftem Spaßgeraufe gestillt

weitere schöne Stelle:

Selbst wenn Geschlecht noch als soziale Konstruktion durchgeht, Sexualität scheint natürlich bestimmt, denn Sex wollen wir ja schließlich alle und ich hab ja nichts gegen Schwule, aber ich bin ja nun mal hetero…
In antifaschistischen Zusammenhängen ist es dann auch nicht die aktive Diskriminierung von Nichtheterosexuellen, es sind vielmehr die Orte und Situationen, wo beispielsweise Homosexualität gar nicht präsent ist.

sowie:

Die ideologischen Vorbilder von Romeo und Julia bis hin zu Papa und Mama erzeugen eine genaue Vorstellung von einer Liebesbeziehung und entsprechende Erwartungen, die fest an geschlechtliche Rollen geknüpft sind. Werbung, die heterosexuellen Sex assoziieren will, Sexualkundeunterricht, der sich vor allem dem Geschlechtsverkehr zwischen Frauen und Männern bezieht, Filme, die die Liebe zwischen der Heldin und dem Helden als höchstes Glück abfeiern, ergeben eine heterosexuelle Kultur die in unserer Gesellschaft allgegenwärtig ist. In der Schule oder auf Solipartys, in der Familie oder der politischen Gruppe, überall spielt die sexuelle Ausrichtung und das damit verknüpfte Geschlechterbild eine entscheidende Rolle dafür, wie du oder andere wahrgenommen werden und wie du die ganze Situation wahrnimmst.

Anti-war propaganda

In contrast to war propaganda

… bevor sie dich kriegen!

Thor Steinar vs Storch Hainar

Wie auf br-online berichtet wird hat MediaTex, das Unternehmen das die unter „aktionsorientierten Rechtsextremen“ beliebte Modemarke „Thor Steinar“ vertreibt, seinen Prozess gegen „Storch Hainar“ verloren:

Kleidung des Satirelabels „Storch Heinar“ darf weiter verkauft werden, so das Urteil des Nürnberger Landgerichts. Damit wies es die Klage einer vor allem bei Rechtsextremen beliebten Modemarke ab. Diese hatte behauptet, „Storch Heinar“ verletze ihre Markenrechte.

Damit unterlag das Unternehmen MediaTex, das mit den Produkten von „Thor Steinar“ handelt, gegen die Initiative „Endstation Rechts“. MediaTex wollte den Verkauf der „Storch Heinar“-Produkte aus marken- und wettbewerbsrechtlichen Gründen stoppen. Dem Nürnberger Landgericht zufolge sei aber keine ausreichende Ähnlichkeit des Storches mit dem Symbol von „Thor Steinar“ gegeben.

Das will ich als Anlass nehmen nochmal auf die aus meiner Sicht problematischen Punkte zur Initiative „Endstation Rechts“ von Mathias Brodkorb hinzuweisen:

Erstmal sei erwähnt das Herr Brodkorb kürzlich durch schwachsinnige Thesen auf sich aufmerksam gemacht hat, da wäre z.B: seine Äusserung Blockaden von Nazidemos wären ungewollte Katalysatoren für die Autonomen Nationalisten ( 1, 2, 3 ). Außerdem wäre da noch das mehr als schwierige Hochlebenden der Extremismustheorie auf Endstation-Rechts ( 1, 2, 3 ).

Sieht man sich die Kleidung von Storch Hainar einmal an findet man noch andere Merkwürdigkeiten, klar vieles soll Satire sein, die einem aber durchaus im Hals stecken bleiben kann.

Erstmal wird sich mit diesem T-Shirt über die körperlichen Unzulänglichkeiten des „Führers“ lustig gemacht, was für mich auch schon irgendwie komisch ist. Schließlich gibt es wahrlich genug abscheuliches an dieser Person, und die Anzahl seiner „Eier“ gehören sicher nicht dazu.

Und es gibt weitere Beispiele, dieses Hemd mit schwarz-rot-goldenem Kragen z.B:

Richtig dämlich finde ich allerdings wenn man Nazisymbole 1:1 kopiert und nur diesen dämlichen Storch draufhaut, so z.B. das Motiv „weisse Sonne“:

Vor dem Hintergrund der Person Mathias Brodkorb und seinem konservativen Lieblingsautor und Ex-Verfassungsschützer Rudolf van Hüllen, sowie der oben bereits erwähnten Lobhudelung für die Extremismustheorie selbst wenn sie von einem „Jungen Freiheit“-Autor vorgetragen wird, wird einem bei diesem T-Shirt allerdings wirklich übel, Heimatschutz heißt gegen Nazis sein:

Schloch!!!

Ahmadinejad überlebt Anschlag?

Scheinbar ist es heute zu einem Anschlag auf Ahmadinejad gekommen, allerdings ist noch nicht allzuviel bekannt ausser, dass er (leider) überlebt hat. Allerdings könnte das auch nur ein gefakter Anschlag gewesen sein, hatte Ahmadinejad doch erst Anfang der Woche vor israelischen Anschlägsplänen auf ihn gewarnt:

Ahmadinedschad hatte Anfang der Woche den Verdacht geäußert, dass Israel ein Attentat auf ihn plane. Bei einer Rede am Montag hatte Ahmadinejad erklärt: „Die Zionisten haben Leute ausgesandt, um mich zu ermorden. Schaut wie hoffnungslos sie sind“. Das meldeten die israelische Internetzeitung „Ynet“ und die spanische „El Pais“ am Mittwoch.

Hier gibts noch eine kleine Auflistung von Anschlägen auf Ahmadinejad und seine Leute.

BIA Infostand Rosenheimer Platz

Gestern sollte eigentlich ein Infostand der rechtsradikalen BIA (Bürgerinitiative Ausländerstopp München) am Rosenheimer Platz stattfinden. Dagegen regte sich bereits im Vorhinein Wiederstand. So wurden mehre Hundert Flyer in Haidhausen verteilt, die über die BIA und deren Infostand informierten. So waren dann auch einige Antifaschist*innen gekommen um den Infostand zu verhindern. Die BIA zog es deswegen vor gleich garnicht aufzutauchen. Die Neonazis um Karl Richter beweisen aber mal wieder Kreativität in der eigenen Berichterstattung, dieses Debakels. Auf ihrer Homepage feiern sie ihre Flexibilität und behaupten dort sie hätten statt des verhinderten Infostandes am Rosenheimer Platz dafür am Bordeaux Platz mehrere Hundert Flugblätter verteilt. Beweis dafür stellt ein Photo am Bordeaux Platz dar, auf dem sich BIA-Aktivisten* mit BIA-shirts für ein Blitzphoto positioniert hatten (man beachte die offensichtlich nur kurz übergestreiften T-shirts auf dem BIA-Photo). Dennoch verweist die Bezeichnung Haidhausens als „rotes Haidhausen“ im Artikel klar auf ihre Niederlage. Einen Infostand am Bordeaux Platz aufzubauen hatte man sich dann von der BIA auch nicht getraut, stattdessen verzichtete die BIA auf einen angemeldeten Infostand und verlegte sich anscheinend darauf, von unaufälligen Kameraden* ein paar Flugblätter in Briefkästen zu stecken.