Schöner Artikel zu Heterosexismus

Heute den guten Artikel: „Schwule Maedchen gibt es nicht“ gelesen. Den kann ich euch nur an das Herz legen:

Schon das intro glänzt:

…Selbst die beiden 17-jährigen Stadtteilantifas wissen doch heute schon, dass auch Frauen bei der Soliparty mit Schutz machen sollten und Homophobie irgendwie auch Scheiße ist. Genauso sicher wie das Amen in der Kirche ist aber auch, dass Tim und sein Kumpel Paul zwar gerne miteinander abhängen und sich durch die eine oder andere brenzlige Situation irgendwie miteinander vertraut fühlen, jedoch nie miteinander ins Bett gehen würden. Pauls Bedürfnis nach körperlicher Nähe zu Tim wird dann nur in zufälligen Berührungen und kumpelhaftem Spaßgeraufe gestillt

weitere schöne Stelle:

Selbst wenn Geschlecht noch als soziale Konstruktion durchgeht, Sexualität scheint natürlich bestimmt, denn Sex wollen wir ja schließlich alle und ich hab ja nichts gegen Schwule, aber ich bin ja nun mal hetero…
In antifaschistischen Zusammenhängen ist es dann auch nicht die aktive Diskriminierung von Nichtheterosexuellen, es sind vielmehr die Orte und Situationen, wo beispielsweise Homosexualität gar nicht präsent ist.

sowie:

Die ideologischen Vorbilder von Romeo und Julia bis hin zu Papa und Mama erzeugen eine genaue Vorstellung von einer Liebesbeziehung und entsprechende Erwartungen, die fest an geschlechtliche Rollen geknüpft sind. Werbung, die heterosexuellen Sex assoziieren will, Sexualkundeunterricht, der sich vor allem dem Geschlechtsverkehr zwischen Frauen und Männern bezieht, Filme, die die Liebe zwischen der Heldin und dem Helden als höchstes Glück abfeiern, ergeben eine heterosexuelle Kultur die in unserer Gesellschaft allgegenwärtig ist. In der Schule oder auf Solipartys, in der Familie oder der politischen Gruppe, überall spielt die sexuelle Ausrichtung und das damit verknüpfte Geschlechterbild eine entscheidende Rolle dafür, wie du oder andere wahrgenommen werden und wie du die ganze Situation wahrnimmst.