Archiv für Mai 2011

Don‘t get raped instead of don‘t rape!

Die leidige Denkmal-frage!

In München soll ein Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Schwulen gebaut werden. So berichten Süddeutsche und Queer.de. Natürlich kann so ein Denkmal nicht gebaut werden ohne auf die Diskussionen um das Berliner Homo-Mahnmal Bezug zu nehmen. Zu den Kontroversen, wer denn nun wirklich verfolgt wurde, habe ich ja auch schon diesen Artikel zum Mahnmal und seiner sexistischen Ausgestaltung sowie auch einen anderen Artikel zu Lesben im Nationalsozialsmus geschrieben. Um erst garnicht wieder in dieses Diskussion zu kommen heisst es dann auch:

Niederbühl erklärte gemeinsam mit der grünen Fraktionschefin Lydia Dietrich, dass die Verfolgung von Schwulen im Zentrum des Münchener Mahmals stehen werden, Lesben würden jedoch nicht ausgeklammert werden.

Man hat das Problem also ganz einfach gelöst: Lesben werden einfach nicht erwähnt und müssen sich damit zufrieden geben, dass es in der Erklärung heisst, sie sollen nicht ausgeklammert werden. Wie sich das bei gleichzeitiger Nichterwähnung gestalten soll bleibt allerdings fraglich. Es zeigt sich also das alte Problem des schwulen Sexismus, wie er sich auch schon bei der Kontroverse um die einmalige Umnennung des Christopher Street Days in München gezeigt hat.

Internationaler Tag gegen Homophobie

Am 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homophobie. Der Tag erinnert damit an ein historisches Ereignis, dass am 17. Mai 1990 stattgefunden hat: An diesem Tag wurde Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation (ICD 10) gestrichen. In Deutschland kommt noch hinzu, dass das Datum „17.5″ auf den Paragraphen 175 verweist, mit dem Schwule in Deutschland bis 1994 kriminalisiert wurden. Die Verurteilungen nach Paragraph 175 sind übrigens bis heute nicht revidiert. Erst kürzlich wurde ein Antrag, auch die Verurteilungen nach 1945 zu revidieren, abgelehnt .