Archiv für August 2011

Families

Embassy of Hate

Summer

10 Jahre LuxusEhe.

Gestern ist die eingetragene Partnerschaft 10 Jahre alt geworden. Am 1. August 2001 verpartnerten sich die ersten Lesben und Schwulen. Aber das ist wahrlich kein Grund zum Feiern. Mal ganz abgesehen davon was man im Allgemeinen von der Ehe hält, ist die eingetragene Partnerschaft (sogenannte Homo-ehe) auch nach 10 Jahren nur eine Ehe-light. Mit von Anfang an allen Pflichten und immer noch nicht den selben Rechten. Und so laufen seit knapp 10 Jahren etliche Prozesse um nach und nach die einzelnen Rechte die eine Ehe in Deutschland bringt einzuklagen. Es bleibt abzuwarten, wann CDU und CSU ihre ein Jahrzent andauernde Blockade im Bundestag und Bundesrat aufgeben.

Schlechte Nachricht.

Eine schlechte Nachricht:

Am Montag, den 25. Juli hat der Buchladen Max & Milian in München einen Insolvenzantrag gestellt.

Im Moment ist noch unklar, wie es genau weitergeht. Sicher ist, dass der Ladenbetrieb nicht mehr weitergeführt wird und Max & Milian nach Ablauf des Insolvenzverfahrens seinen Betrieb einstellen wird. Damit geht eine 22-jährige Ära zu Ende. Im September 1989 von Rolf Klaiber und Jan Kowalczyk gegründet, und schnell in der Münchener Schwulenszene integriert, scheitert das Projekt Max & Milian nach turbulenten Jahren nun aus finanziellen Gründen.

Wir wünschen den beiden verbliebenen KollegInnen,
Jan und Miri, viel Kraft für den Übergang.

Quelle:gay-and-lesbianbooks.de

Belgrader Faschist*innen verurteilt.

Im April dieses Jahres wurden, diverse Belgrader Klerikalfaschist*innen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

The Higher Court in Belgrade has sentenced far-right organization Obraz leader Mladen Obradović to two years for organizing riots during 2010 Pride Parade.

His wife Jelena was sentenced to a year and Krsta Milovanović and Damir Grbić to a year and a half in prison.

Remaining 13 accused persons received sentences ranging from eight months to a year and a half. They were sentenced to minimum sentences since the envisaged jail time for the criminal acts they committed is one to 12 years.

Quelle: Queer Beograd Collective

Eine kleine Genugtuung, da ich selber zweimal in Belgrad auf dem Queer Beograd Festival war. Ein Festival das nach der ersten Pride 2001 ins Leben gerufen wurde. Dieser wurde so massiv von Klerikalfaschisten und Hooligans angegriffen, dass kaum eine*r den Pride unverletzt überstanden hat. Auch das Festival wurde immer wieder angegriffen bzw. stand unter hoher Gefahr angegriffen zu werden. Ich war 2007 und 2008 dort.
2008 erreignete sich dort Folgendes:

Several days before our 2008 festival, ignoring our requests not to do so, a free daily newspaper in Belgrade announced our gathering on its front page as ‘The 5th clandestine gay festival’. This created a huge public visibility for the event, which we had previously avoided, in order to create a safe space. This time the majority of citizens were aware of our festival. Despite the increased precautions on our part and the usual unavoidable police protection, a group of 15 right-winged hooligans from „Obraz“ attacked the participants and members of Queer Beograd on September 19, 2008. Although we fought back and the police responded quickly several people were injured, one suffering a broken arm and a concussion. In this book you can find the results of the legal charges against the arrested. The festival continued as planned, but as a collective we needed to reconsider our capacities in terms of visibility in a society that is structurally homophobic and patriarchally violent. Many from our Collective were involved with the 2009 attempt to organise Pride in Belgrade and this consumed all their energies. From that point on, the political landscape in Belgrade has continued to transform rapidly.

Quelle: Intro der Dokumentation vom Queer Beograd Collective

In den letzten Jahren hat sich in Belgrad also einiges getan. Wegen dem EU-Beitrittswunsch der Regierung erhalten LGBT-Menschen dort zunehmend Unterstützung von der Regierung. 2010 wurde dann auch der zweite bzw. erste Erfolgreiche Pride in Belgrad durchgeführt und diesmal von den Bullen geschützt. Bitter nur, dass die Organisator*innen der Queer Beograd Festivals und des ersten Pride von der Regierung nicht in die Organisation mit einbezogen wurden, vermutlich wegen deren radikaleren Aktivismus. Hier sind die anderen Artikel zu finden, die ich schon über Belgrad geschrieben habe.