Siko – Zeit alte Traditionen zu brechen…

Zur diesjährigen Demonstration gegen die Siko (Sicherheitskonferenz in München) formulierte die Gruppe Akut ein kritisches Flugblatt, welches auf der Demonstration verteilt wurde. Eine Kritik, die durchaus motiviert war von den Vorfällen der letzten Jahre. Immer wieder kam es zu teils krassen antisemitischen Ausfällen von denen ich ja auch letztes Jahr schon berichtet habe. Immer mehr Aktivist*innen wollten und konnten in so einer Demonstration nicht mehr mitlaufen. Da in München die Anti-Siko Demo aber seit je her eine der grossen Mobilisierungsveranstaltungen ist, wo viele junge Leute erstmals politisiert werden, hielt man an der Tradition einer gemeinsamen Großdemonstration fest. Jahre lang ingorierte man alle möglichen Spinner*innen/Religiöse Freaks/Weltverschörer*innen und Steinzeitkommunist*innen, weil man der Meinung war, dass die positiven Aspekte überwiegen. Doch das Verhältniss kippte langsam und so zogen sich vermehrt Aktivist*innen aus der Demonstration und ihrer Vorbereitung zurück. Auch die Kritik an der Veranstaltung nahm weiter zu. Dies zeigt sich auch an der aufgeheizten Stimmung in der Szeneinternen Diskussion. So ruderte Luzi-M nach Protesten zurück, als ein Artikel bei Luzi-M die Frage aufwarf, ob jedes millitärisches Vorgehen generell abgelehnt werden muss. Der starke Druck und die harschen Worte mit denen Luzi-M dabei angegriffen wurden verdeutlicht die angespannte Stimmung vor der Siko. Auf der Mobilisierungsveranstaltung, war man sich dann auch nicht zu blöd sogenannten Antideutschen Störrern schon mal Gewalt anzudrohen, noch dazu mit Verweis auf die gewaltsamen Ausfälle des vergangenen Jahres.
Daraufhin entschieden sich einige Aktivist*innen Kritik an der Demo zu äußern. Dabei fiel der Text der Gruppe Akut sogar vergleichsweise moderat aus. Die Reaktionen darauf waren hingegen wieder ziemlich harsch. Vermutlich weil sich dem Protest gegen die Sikodemonstration Antideutsche aus Ulm und von der Gruppe Monaco anschlossen. Dennoch verwundern die krassen Reaktionen. Durchaus mag an dem in Kürze geschriebenen Flugblatt etwas zu kritisieren sein. Dennoch dürften die meisten Aktivist*innen das was dort drin steht unterschreiben können. Wer sich hier in der Sikodemonstrationsorga generell als Antisemit*in beschimpft vor kommt hat offensichtlich das Flugblatt nicht verstanden. Viel mehr sollte das Flugblatt der Gruppe Akut dazu aufrufen, sich von alten Traditionen zu trennen. Die abnehmende Beteiligung autonomer und linksradikaler Aktivist*innen hatte durchaus seinen Grund darin, dass Viele keine Lust mehr haben, neben den Flaggen von authoritären Diktaturen zu laufen und irgendwelche antisemitischen Ausfälle ertragen zu müssen. Die restlichen vernünftigen Aktivist*innen in der Demonstrationsorganisation müssen einsehen, dass es Zeit wird diese Traditionsveranstaltung fallen zu lassen.


5 Antworten auf “Siko – Zeit alte Traditionen zu brechen…”


  1. 1 Wahrheitsliebender 09. Februar 2012 um 17:24 Uhr

    Dass auf der Mobilisierungsveranstaltung antideutschen Störern mit Gewalt gedroht worden sei, ist eine Lüge. Das wissen alle, die da waren. Warum kannst Du nicht einfach bei der Wahrheit bleiben?

  2. 2 allophilia.blogsport.de 09. Februar 2012 um 19:48 Uhr

    Es war die Rede von einem Ordnerteam das sich wie das letzte Jahr um „pseudolinke bellizistische Vollidioten“ kümmern sollte. Was letztes Jahr passiert ist ist ja allgemein bekannt…

  3. 3 abrbrb 09. Februar 2012 um 20:14 Uhr

    guckst hier:
    http://de.indymedia.org/2011/02/301256.shtml

    steht da nämlich das das mit den ordner mehr so mit abschirmen und eben verhindern dass dumm hitzköppe prügelnd ausm block laufen schau:

    Allerdings werden wir als linksradikale Gruppen in München für zukünftige Demonstrationen einen bestimmten, aber deeskalierenden Umgang finden müssen, damit Provokateur_innen, die Bellizismus und imperialistischen Krieg abfeiern, nicht den fortschrittlichen, antimilitaristischen Ausdruck des Blocks beeinträchtigen können. Gruppen und Personen, die antisemitische Agitation betreiben, haben im Block nichts zu suchen. Darüberhinaus lehnen wir den positiven Bezug auf autoritäre Systeme wie das der Stalinzeit ab.

  4. 4 antimilitär 11. Februar 2012 um 2:29 Uhr

    Der Vorwurf des „strukturellen Antisemitismus“ gegenüber autonomen Antimilitarist_Innen steht angesichts der Formulierung des Flyers sehr wohl im Raum.
    Ausserdem ist die knapp zweizeilige Kapitalismusdefinition in dem Flyer doch sehr problematisch, man könnte sagen extrem verkürzte Kapitalismuskritik.
    Der Schulterschluss mit den rabiaten AntiDeutschen aus dem Umland hat dann sicher nicht zur Glättung der Wogen beigetragen.
    Die Autor_Innen sollten sich erst mal klar werden, wen sie mit ihrer unsolidarischen Angriffsmasche anschwärzen, und auf welche Seite sie sich da stellen.
    Von einer tatsächlichen emanzipatorischen Kritik an SiKo und Militär war bei dem Flyer nämlich rein garnichts zu erspähen.
    Das Ganze mutete eher als verdeckte Fundamentalkritik an, deren letztliches Ziel die Legitimierung irgendwelcher Bombardierungsaktionen der achso friedliebenden NATO scheint.

  5. 5 gorillagirrl 13. Februar 2012 um 12:41 Uhr

    antimilitär
    „Der Schulterschluss mit den rabiaten AntiDeutschen aus dem Umland hat dann sicher nicht zur Glättung der Wogen beigetragen.
    Die Autor_Innen sollten sich erst mal klar werden, wen sie mit ihrer unsolidarischen Angriffsmasche anschwärzen, und auf welche Seite sie sich da stellen.“

    Hey Antimilitär,
    Überleg du dir mal auf welcher Seite du stehst, wenn du gegen die rabiate Landjugend im Allgemeinen polterst. Was hat denn bitte die Herkunft vom Land mit dem Rabiatsein zu tun? Deine Ausdrucksweise ist diskriminierend. Und wenn du anschwärzen schreibst, dann wird mir schlecht und ich halte Dich dazu noch für einen Rassist_en. Der autonome Teil des Sikobündnisses ist ein vorwiegend elitärer Zusammenschluß von Funktionär_innen die sich nicht so nennen wollen und seit Jahren Kritik und Selbstkritik nicht zulassen.
    Ich freue mich sehr über eine junge Generation Autonomer, die beides vorantreibt und sich nicht einschüchtern lässt, obwohl ihnen vorgeworfen wird, Bombadierungen gut zu finden.
    Dafür stehe ich auch mit meinem Namen ein:
    Locke

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