Der „Maßnahmenkatalog zur Abwehr von AIDS“

Am 25. Februar 1987 wurde der „Maßnahmenkatalog zur Abwehr von AIDS“ beschlossen. Zum „Jahrestag“ ein interessantes Interview: „Die schwule Infrastruktur zerschlagen“:

Wie war die Stimmung innerhalb der schwulen Szene angesichts dieser Aktionen?

Vael: Es herrschte eine große Verunsicherung und bei vielen auch nackte Angst. Geschürt wurde sie durch ständige Razzien in Kneipen, Parks, Saunen und an anderen schwulen Treffpunkten.

Wie wurden diese Razzien denn begründet?

Vael: Offiziell ging man dann Hinweisen auf Drogen nach oder kontrollierte, ob sich Minderjährige im Lokal aufhielten. Es war allerdings schon komisch, dass es bei diesen angeblichen Drogenrazzien nie Taschenkontrollen gab, sondern nur die Personalien aufgenommen wurden. Und selbst ich, der ich damals nun sichtlich schon über 18 Jahre alt war, musste meinen Ausweis zeigen, um zu belegen, dass ich nicht minderjährig bin. Es ging allein um Schikane. Ich erinnere mich an eine Razzia in einem Lokal, in dem zu dem Zeitpunkt auch HIV-infizierte Bekannte von mir saßen. Die bekamen einen fürchterlichen Schreck und dachten: „Die suchen nach uns und holen uns jetzt ab.“ Dieser Vorfall war bezeichnend für die Atmosphäre und Stimmung, die damals innerhalb der schwulen Szene herrschte.


1 Antwort auf “Der „Maßnahmenkatalog zur Abwehr von AIDS“”


  1. 1 medium 24. Februar 2012 um 18:07 Uhr

    Dazu auch passen der SZ-Artikel, der – äh – braver formuliert, aber mit etwas mehr Hintergrund:
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/massnahmenkatalog-gegen-hiv-als-die-csu-in-den-krieg-gegen-aids-zog-1.1292107

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.