1, 2, Polizeikalender

Dass es rassistische Polizist*Innen gibt ist nichts neues. Wenn diese Herrschaften dann aber auch noch „künstlerisch“ tätig werden, wird der ganze Abgrund sichtbar. Zuerst tauchten Bilder eines rassistischen Kalenders auf, von dem der „[…] bayerische Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft, […] 3000 Exemplare […] verteilte“¹. „Die Kalender seien vor allem in Bayern verteilt, aber auch an ‚befreundete Landesverbände‘ weitergegeben worden. Seit sechs Jahren werde der Kalender herausgebracht, beschwert habe sich bislang niemand“². Erstaunlicherweise ist man sich diesmal in der deutschen Presselandschaft einig, dass das Rassismus ist. Bei der Polizei will man das aber noch nicht so recht einsehen.

rassistischer Dreck aus der Feder der DPolG #1
rassistisches Motiv aus dem Polizeikalender des Landesverbandes Bayern der DPolG
rassistischer Dreck aus der Feder der DPolG #2
rassistisches Motiv aus dem Polizeikalender des Landesverbandes Bayern der DPolG

„Inzwischen gilt der Kalender als vergriffen. Für die DPloG ist die Angelegenheit – zumindest offiziell – kein Drama: Die Karikaturen seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen und dienten lediglich der Entlastung von strapazierten Polizisten, so Gewerkschaftschef Rainer Wendt zu „Welt Online“.“³ (bezeichnend das die Welt von Hetze gegen „Farbige“ spricht *kotz*)

Kurzzeitig ging man davon aus dass ein zweiter Kalender aufgetaucht sei, der mit noch heftigeren rassistischen Motiven auffährt. Dieser sollte angeblich von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) stammen. Wer sich die ganze Abscheulichkeit antuen will, die Bilder wurden mittlerweile archiviert, da der Verfasser diese von seiner Website gelöscht hat.

Nach Informationen von „Welt Online“ soll der bayerische SPD-Abgeordnete und frühere GdP-Chef Harald Schneider Herausgeber des nun aufgetauchten Kalenders sein. Das ist pikant, denn Schneider hat die Karikaturen der DPloG jüngst scharf verurteilt. ³

Welt-Online hat den Artikel mittlerweile wieder gelöscht, daher der Link zum Google Cache. Publikative.org berichtete: „Die Berliner Morgenpost und Die Welt hatten über einen angeblichen Kalender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) berichtet, in dem rassistische Bilder zu sehen seien. Die Online-Ausgaben der Zeitungen veröffentlichten die Bilder sogar – doch nun sind die Artikel und angeblichen Kalenderbilder verschwunden – ohne Angaben von Gründen. Die GdP wies die Vorwürfe auf Anfrage von Publikative.org zurück.“ 4.

Mittlerweile scheint klar zu sein, dass es sich weder um Kalender handelt noch das dieser von der GdP stammt sondern, wie ein User auf Publikative.org berichtet:

Auch wenn es eine Fehlinformation war und es den GdP-Kalender gar nicht gibt: Diese extrem rassistischen Polizei-Cartoons sind auf jeden Fall alle echt, sie stammen zum großen Teil von dem Polizei-Cartoon-Zeichner Kriminaloberkomissar Alfred Berger.

Hier die Archiv-Version seiner inzwischen vom Netz genommenen Homepage:
http://web.archive.org/web/20100727123253/http://www.polizeicartoons.de/index.html

Seine Kritiker bezeichnet er dort als “Reichsbedenkenträger” und “selbstgerechte Minderheitenschützer”. O-Ton: “Ach ja -bevor ich es vergesse- leider haben in der Vergangenheit manche “Reichsbedenkenträger” im Kollegenkreis und selbstgefällige, politische “Minderheitenschützer” meine Bildchen nicht verstanden…”
(Quelle: http://web.archive.org/web/20100727123253/http://www.polizeicartoons.de/index.html)

Vermutlich stammen viele der Cartoons aus seinem 2001 veröffentlichten Bildband:
http://www.amazon.de/H%C3%A4nde-hoch-Verkehrskontrolle-Alfred-Berger/dp/3821830832/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1330879198&sr=8-1

Zwar ist die Website mittlerweile also gelöscht, bei Google finden sich aber immer noch Spuren der „Werke“ von Alfred Berger, die durchaus belegen können, dass es sich bei den Bildern um Bilder von ihm handelt:


Der Zeichenstil und der Inhalt weisen doch eine enorme Ähnlichkeit auf 5

1 Antwort auf “1, 2, Polizeikalender”


  1. 1 LAsara 15. Juni 2012 um 17:14 Uhr

    diese ganzen Bilder(Cartoons) sind so primitiv und dumm.

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