SZtürmer und „Krake Zuckerberg“

Nicht das erste Mal betätigt sich die Süddeutsche auf Stürmer-Niveau. In der Ausgabe vom Freitag, den 21. Februar 2014 hat mal wieder eine antisemitische Karikatur den Weg in das Blatt geschafft. Alles wesentliche dazu fasst die Titanic Kolumne „Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück“ zusammen.

Eine Sache ist aber noch zu berichten. Die Karikatur erscheint nicht in allen Ausgaben gleich. Bemüht man das SZ Archiv, so findet man zur Karikatur gleich drei verschiedene Print Versionen (wie wohl auch für andere Artikel üblich), nämlich eine München, Bayern und Deutschland Version. Dabei ist die Bayern/München Variante ein bisschen entschärft.

Bayern / München Print Version:

Deutschland Print Version:

Das interessanteste findet sich aber auf der Archiv Seite selber. Dort ist die Karrikatur nämlich nicht unter „Krake Facebook“ zu finden, sondern unter „Krake Zuckerberg“ (sic!).

Der jüdische Facebook Gründer Mark Zuckerberg selber ist es also, den die Karikatur hier darstellen soll und nicht etwa nur das Abstrakte Facebook.


9 Antworten auf “SZtürmer und „Krake Zuckerberg“”


  1. 1 Marlene Obermaier 25. Februar 2014 um 16:40 Uhr

    Sie machen sich ja viel Mühe. Aber, mit Verlaub: Dass der Krake Zuckerberg darstellen soll, ist auch ohne Ihre „investigative“ Recherche offensichtlich. Deshalb hat wohl der Mitarbeiter im SZ-Archiv selbige Karikatur irrtümlich „Krake Zuckerberg“ genannt. Aussagekraft dieses Details: Null.
    Übrigens: Dass eine Zeitung in verschiedenen Ausgaben erscheint, ist vollkommen normal; und zwar nich tnur regional unterschiedlich, sondern häufig auch noch zeitlich unterschiedlich. Deswegen können Sie Abendzeitungen bereits am Abend kaufen, und am nächsten Morgen stehen dann die Fußball-Ergebnisse von gestern Nacht drin.
    Es gibt mittlerweile eine Pressemitteilung der SZ, in der die unterschiedlichen Karikaturen erläutert werden: Nachdem den Journalisten selbst das Problematische an der Karikatur aufgefallen war, haben sie sie verändert.

  2. 2 Matthias Seifert 25. Februar 2014 um 18:10 Uhr

    Frau Obermaier, sie geben sich auch viel Mühe. Sie berichten darüber, dass es eigentlich zwei ganz normale Sachen sind. Nur die dritte ist eben ein bisschen problematisch und das ist erst hinterher aufgefallen.

    Was sind da für Karikaturisten und Journalisten bei der SZ tätig?

    Wo finde ich die Pressemitteilung? Mit Google und der SZ-Suchfunktion bin ich einigermaßen vertraut…

  3. 3 MizKatz 25. Februar 2014 um 18:29 Uhr

    The cartoonist(s) – a descendant of those who directly or indirectly participated in mass extermination of Europe’s Jewish population, cannot expect to be called anything else but blatant anti-Semite(s).

  4. 4 Schlamassel Muc 26. Februar 2014 um 0:18 Uhr

    Hallo Frau Obermaier,

    Allophilia hat hier sehr gut erkannt, wohin die Reise gehen wird. Der Zeichner stritt nämlich in seiner Stellungnahme ab, je Zuckerberg gemalt zu haben. Allophilia hält hier fest, dass zumindest SZ-Redakteure die Zeichnung ganz richtig verstanden haben.

    http://www.sueddeutsche.de/service/facebook-karikatur-stellungnahme-des-zeichners-1.1898382

  5. 5 der horst 26. Februar 2014 um 1:25 Uhr

    komisch.. wusste gar nicht, dass man den zuckerberg ähnlich wie mohammed nicht karikieren darf.

    //Allophilia: Och Horst, bist du auch ein Tugendterrorgeschädigter? Mir kommen gleich die Tränen.

  6. 6 Thorsten 26. Februar 2014 um 10:41 Uhr

    Schlamassel Muc:

    Der Zeichner stritt mitnichten ab, Zuckerberg gemalt zu haben: „[…] ich eine überspitzte Zeichnung Mark Zuckerbergs […] dargestellt habe“. Er habe nur nicht Zuckerberg persönlich gemeint, sondern als Repräsentant der Firma Facebook.

    Im übrigen ist Mark Zuckerberg Atheist, ihn aufgrund seiner Abstammung als „jüdisch“ zu bezeichnen, ist hingelogen.

  7. 7 Schlamassel Muc 26. Februar 2014 um 16:09 Uhr

    Hallo Torsten,

    so schreibt er, aber endet mit:

    „Gemeint war eine karikaturistische Überzeichnung der Firma Facebook jenseits spezifischer Personen, so wie ich es dies dann auch in einer überarbeiteten Karikatur dargestellt habe, die im allergrößten Teil der Auflage der SZ erschienen ist. Mir ging es nicht um Herrn Zuckerberg, sondern um Facebook.“

    Deshalb ist es wichtig, festzuhalten, wie das jeweils verstanden wird. Folglich ist „Krake Zuckerberg“ oder „Krake Facebook“ ein feiner Unterschied, den Allophilia vorausschauend festgehalten hat (wenngleich es in der Gesamtheit wiederum keinen Unterschied macht)

  8. 8 Alter Schwede 26. Februar 2014 um 17:33 Uhr

    Führt Heribert Prantl ein Doppelleben?
    Öffentlich der liberale, weltoffene Publizist, in seinem tiefsten inneren ein dumpfer Antisemit?
    Ist das wie mit den verkappten Schwulen, die sich als heterophil und homophob darstellen?

  9. 9 Pavel Elver 27. Februar 2014 um 20:37 Uhr

    Ahoi,
    zur Stellungnahme des Karikaturisten habe ich einen Beitrag auf www.Israelreflex.de veröffentlicht. Den Wortlaut der Stellungnahme findet Ihr da auch.

    Beste Grüße

    Pavel Elver

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