Archiv der Kategorie 'Nazis'

Mal wieder Backstage und die Grauzone.

Erst vor kurzen hab ich was übers Backstage geschrieben. Jetzt gibt es einen sehr ausführlichen Artikel von Oire Szene über die Münchner Grauzonenszene und sogenannte Naziausteiger*innen. Sollte man sich unbedingt mal durchlesen. Hab ich übrigens bei Bikepunk gefunden wo es auch noch einen Verweis auf einen älteren Artikel zum Thema, pseudo Naziausteiger*innen gibt.

1000 Kreuze Marsch München

Diesen Samstag fand er dann also statt, der 1000 Kreuze Marsch, reaktionärer Abtreibungsgegner*innen. Im Internet gibt es auch schon zahlreiche Berichte dazu: „1000 Kreuze Minus 1“, „(Nicht) Fachgerecht entsorgt“ und Indymedia Kurzbericht „My body my choice“. Ausserdem gibt es auch von der Gegenseite Berichte, so z.B beim islamophoben PI: hXXp://www.pi-news.net/2009/10/muenchen-ein-meer-von-kreuzen/ (XX mit tt ersetzen).
Aufgrund der zahlreichen Berichte möchte ich dazu jetzt nicht allzuviel schreiben. Ich möchte aber die wesentlichen Erfolge auflisten:

+ Im Vorfeld wurde offensichtlich mal wieder die Scheibe des Zentrums der Fundis im Westend zerstörrt und aus Angst vor den Gegenprotesten der Marsch verschoben.

+ Der 1000 Kreuze Marsch war abgeschirmt wie eine Nazi-Demonstration. Der Startkundgebungsort war grossräumig abgesperrt. Das kann durchaus als Erfolg gewertet werden. Isoliert es doch die Meinung die eigentlich nach Aussen vermittelt werden soll sehr gut von der Umgebung.

+ Trotz der Abschirmung durch die Bullen gelangten immer wieder Gegendemonstrant*innen in und an die Demonstration. Dabei gab es zahlreiche kreative Aktionen. Besonders der Spruch „Hät‘ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“ scheint die Fundis besonders aufzuregen.

+ Die Fundis drüften nach den Ereignissen des letzten Jahres, als ca. 60 Nazis mitmarschierten und dazu vorher sogar noch indirekt eingeladen wurden, die Kirche am Auftaktort nicht benutzen. Das ärgert sich natürlich unheimlich. Auch dieses Jahr wurden einige bekannte Nazis gesichtet.

+ Das grosse Highlight des Tages war natürlich das im hohen Bogen in die Isar fliegende Kreuz. Natürlich versuchen die Fundis es jetzt im Nachhinein so darzustellen als wäre das jemand entrissen worden. Die Wahrheit ist aber das Kreuz wurde der Person einfach bei der Kreuzausgabe in die Hand gedrückt. Gute Idee für unaufällig aussehende Genoss*innen fürs nächste Jahr (obwohl ich euch davon natürlich nur dringend abraten kann, verstosst ihr damit doch gegen das Abfallgesetz.)

+ Danach wurden die Aktionen gegen die Fundis noch ausgiebig bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Das diese erfolgreich waren zeigen auch die vor Wut schäumenden Berichte der Gegenseite und Spam/Hass-emails an einzelne Gruppen. Von denen ich übrigens auch einige an meine Blogkontaktadresse erhalten habe.

Videos: Off Pride und Antifa Action Day

Hier ist es ein bischen ruhig geworden, weil ich zurzeit gerade im Uni&Arbeitsstress bin. Deswegen erstmal zwei Videos.

Das eine ist ein Film der beim Off Pride dieses Jahr in Zurich entstanden ist. Gedreht von Lukas & Jasper Nicolaisen. Die auch lesenswerte Blogs (Lukas, Jasper) haben. Gefunden habe ich das Video über annaHeger.

Ausserdem gibts noch ein Mobilisierungsvideo für den Antifa Action Day am 14.11.2009 von der Seite der Antifa Jugend München (ram):

Schlechte Nachrichten von der Belgrad Pride Parade

Folgende Stellungnahme der Beograd Pride Parade hat mich erreicht. Wirklich sehr ärgerlich. Aber lest selbst:

Belgrade, 19.9.2009

This morning organisers Beograd Pride held their final press conference before tomorrows pride parade. Except pride will not be held, due to high security risks and a lack of cooperation on the part of state and police to secure the event. Serbian police have cancelled permission for the pride to be held in its planned location in the centre of the city.

This is after months of planning by the organising team, and repeated assurances from government at all levels, the minister for minorities, and the Serbian premier and president, that the pride will be secured and protected.

A full security study was commissioned more than three months ago by pride organisers and executed by the university defence department constructing a detailed strategy for all logistical possibilities to carry out pride safely with full instructions for how police would secure pride participants entrance to the parade, their safety during the event and their ability to leave the event unmolested.

This security study also made detailed recommendations for preventative measures that could be taken by police in the months leading up to pride to minimise the risk of violence. Police did not undertake these measures and despite months of meetings with pride organisers and daily meetings in the past two weeks have failed to act on security measures, instead choosing the tactic of pressurising organisers to cancel the event.

In the last 48 hours the police in meetings with pride organisers refused all cooperation for the securing of the pride, applying further pressure to organisers to cancel. Police refused to take responsibility for maintaining public order during the event. Instead telling the pride organisers that they would be held responsible for any public damage caused by the hooligans and fascist groups who have been organising a violent response to pride.

In the past week the logistical plans of fascist groups for their violence towards pride participants have been published in serbian media, these plans include calls for the lynching and beating LGBT people attending the pride. Serbia has laws against hate speech but at no point has there been any move on the part of authorities to prosecute, instead the official line has been that this is *a debate, an exchange of opinions*

Public statements in support of pride have been made at the level of European parliament as this is an important step forward for human rights in Serbia and would signal an end to the rule of right wing violence over the rights of minority groups and an entry of serbian society into a new era of more open equality.

Police have offering an alternative venue on the edge of town, tho how this event might be better secured than the location formerly agreed upon is not known. Today pride organisers have officially requested that police take action against fascist and right wing organisations who have issued hate speech against LGBT groups and pride in the press.

Pride organisers continue to meet today to discuss possible courses of action to demonstrate against this failure by serbian state and police to defend our most basic human rights, the right to safely walk the streets.

We want to ask you for your support and action. Please spread the Information, write protest notes to the following Politicians or organise protests at Serbian embassies.

Belgrade Pride 2009

Antifa Jugendcamp Bayern.

Dieses Wochenende war ich auf dem bayerischen Antfia Jugendcamp in der nähe von Geretsried. Beim Merkur gibts sogar einen kleinen Artikel. Eigentlich hatte ich ursprünglich nur vor mir am Freitag den Workshop vom asab_m, „Sexismus in der Antifa“ zu geben. Da ich mir aber eh den Freitag freinehmen musste, bin ich dann doch länger geblieben. Mein Plan mit dem Fahrrad hinzufahren musste ich allerdings canceln, weil ich zu lange gepennt hatte.
Der Workshop war gut aufgebaut und man hat schon gemerkt, dass da einiges an Vorarbeit drinsteckte. Glücklicherweise war das zu dem Zeitpunkt auch der einzige Workshop der lief, deswegen beteiligten sich fast alle Besucher*innen des Camps, die nicht gerade mit irgendeinem Orga-Kram beschäftigt waren. Die meisten Workshopteilnehmer*innen dürften, wie auch auf dem Camp insgesamt unter 18 gewesen sein. Insgesamt ging der Workshop wohl 4 Stunden mit diversen Pausen. Los gings mit einem „Eisbrecherspiel“, bei dem sich alle in der Mitte des Stuhlkreises ohne zu sprechen 7 Minuten lang gegenseitig anschauen mussten. Ein erstaunlich unangenehmes Gefühl war das, aber irgendwie auch ganz grossartig, mal heruaszufinden was man mit Blicken alles kommunizieren kann. Ähnlich ging es dann auch weiter, zwischen diversen Runden in denen man selbst aktiv etwas machen musste, wurde diskuttiert. Interessanterweise wurde darauf verzichtet erstmal die Theorie vorzuschieben, stattdessen ging es viel um Erfahrungen und natürlich die Frage, was ist Sexismus überhaupt. Da zeigte sich bei vielen natürlich erstmal, dass das Thema für sie sehr neu und unbekannt war.

Den Part in dem es um Redeverhalten ging, hätte ich mir allerdings auch sparen können, der wurde nämlich zumindestens in meiner Gruppe, ironischerweise von Leuten gesprengt, die ein absolut beschissenes Redeverhalten hatten. Also garnicht zugehört haben um dann auf irgendwas was sie gehört zu meinen haben mit den verbalen Hammer draufzuhauen, die meisten davon mit einem völlig verdrehtem Verständnis von Queer, auf das ich jetzt schon öffter getroffen bin. Deswegen hier nochmal die Anmerkung: Nur weil man Geschlechter und alles was an ihnen dranhängt dekonstruieren kann, heisst das nicht, dass man einfach so weiterleben kann wie bisher und die Existenz von Geschlechtern als wirkungsmächtige soziale Realität leugnen kann. Vorallem wenn man dann selber nicht bereit ist die eigene Geschlechterrolle kritisch zu beleuchten. Das gleiche beim Thema Sexismus, nur weil man sich als Antisexist*in und queer labelt, passiert noch garnichts. Aber auch hier herrschte bei vielen das klassische Verständnis vor: Sexismus in meiner Gruppe? Gibts natürlich nicht. Im Gespräch wurden einige dann aber doch sensibilisiert.

Danach wurden dann die Zettel ausgelegt auf denen jede*r persönliche Erfahrung mit Sexismus in seinem (politischen) Umfeld aufschreiben sollte. Die hätte man für meinen Geschmack noch intensiver bearbeiten können anstatt sie nur auszulegen. Den hier fanden sich dann doch interessante Punkte, so stand auf einem Zettel der Punkt: Körperlichkeiten und die Reduzierung darauf, ich selber hab auf meinen Zettel unter anderem was zu Homo/Trans*Phobie geschrieben, die leider mal wieder völlig fehlte. Was vorallem daran liegen dürfte, dass solche Workshops offt eher heterozentristisch ablaufen. Daraus möchte ich den Teilnehmer*innen und den Workshopentwerfer*innen auch garkeinen Strick drehen. In einer Runde in der (scheinbar) alle heterosexuell sind, kommt auch keine andere Perspektive rein. Wie so offt kam deshalb das Thema Homosexualität nur als Beschimpfungserfahrung von heterosexuellen Männern* vor. So wird dann auch über das Thema geredet, Homosexuelle das sind immer nur die Anderen.
Allerdings hatte ich selber auch keine Lust diese Heteronormativität zu diskuttieren. Es gab ohnehin genug Stoff der zu bereden war.

Das Ende war dann nochmal sehr gelungen, es gab zwei Gesprächsgruppen, ein Männer*plenum und ein Frauen*plenum. Aufgrund meines zugeschrieben Geschlechts war ich leider in dem sicher wessentlich langweiligeren Männer*plenum. Eine Situation die in meiner Vergangenheit traurige Alltagsrealität in vielen Gruppen war. Aber schön mal wieder daran erinnert zu werden, wie scheisse das war. Gesprochen wurde dann über Schuldgefühle, über Sexismus und wie man als Mann* dazu steht. Bei manchen flackerte auch so ein bischen die Angst auf, das Mann* eigentlich selber das Problem ist. Das war durchaus interessant. Dann ging es natürlich auch darum wo man als Heterotyp* schonmal als schwul beschimpft wurde.
Tief blicken lies dann auch noch die Situation, dass sich eine Zuspätgekommene* trotz schweigendem Anschauen aller im Kreis, ganz selbstverständlich dazusetzte. Was meiner Meinung nach die Normalität männlicher* Dominanz in Plenas ganz gut darstellte. Leider hab ich natürlich verplant nacher nachzufragen was das für ein Gefühl war und ob ihr* das überhaupt aufgefallen ist, dass da nur Typen* sahsen, sonst könnte ich meine Interpretation besser untermauern.

Danach gabs dann noch ein gemeinsames Abschlussgespräch, das ich aber wegen Erschöpfung nur noch teilweise mitbekommen habe. Die danach verteilten Reader fanden, für meine Begriffe bischen weniger Absatz als ich erwartet hatte, viele dachten wohl aufgrund der Dicke, sie müssten dafür was bezahlen.

Alles in allem aber ein Klasse Vortrag. Das Thema Sexismus hielt sich auch die kommenden Tage noch hartnäckig in den Gesprächen.

Die restliche Zeit habe ich dann aber kaum mehr Vorträge und Workshops geschafft. Die Diskussionsveranstaltungen waren teilweise wenig interessant, oder scheiterten an den jeweiligen Beissreflexen. Zumindestens den Vortrag von TOP Berlin hab ich noch fast komplett gesehen und fand ihn garnicht schlecht. Aber auf einem Jugendcamp darf man auch nicht allzuviel neues erwarten. Viele Teilnehmer*innen stammten aus irgendwelchen Käffern in Bayern und Umgebung. Manche von ihnen gerade einmal anpolitisiert. Deswegen kam es zu lustigen und weniger lustigen Ereignissen. Lustig war, dass jemand wohl nach einer kurzen Erklärung, was bzw. wer das Queerkafe im Kafe Marat macht, „Menschen die abseitig von heterosexuellen Rollenerwartungen leben wollen“[oder so ähnlich/mir wurde das nur erzählt] , die Frage stellte: „also mit Tieren…?!“. Weniger lustig war hingegen, dass ich ungefähr fünf mal dabei war, als völlig unverkrampft das Wort schwul als Synonym für Scheisse verwendet wurde und blödsinnige Diskussionen die aufzeigten, dass die meisten eben erst kürzlich politisiert wurden. Nichts desto trotz hatte ich einige interessante Gespräche. Bin ich froh, dass ich normal keine Jugendarbeit machen muss. Danke an dieser Stelle an die Leute die sich den Stress geben.

Am Sonntag in der Früh an den Anschluss der Party, beschloss ich dann nicht noch einen Tag im scheiss Zelt zu pennen, sondern mich gleich mit dem Fahrrad Richtung München aufzumachen. Leider hab ich einige gutgemeinte Warnungen nicht ernstgenommen und musste dann gefühlte 50 km mit dem Rad zurückfahren. Was aber im Endeffekt ziemlich lustig war. Alles in allem ein lustiges Wochenende an dem man gemerkt hat was man an München doch so hat. Gespeist wurde übrigens auch grossartig, weil das Kafe Marat fürs Essen zuständig war. Dürften 10 Kilo Knoblauch und 20 Flaschen Olivenöl verkocht worden sein ;)! Und Humus zum Frühstück ist auch grossartig.

Schon wieder Chaos in der Münchner Rechten.

In München passieren ja immer wieder, durchaus skurrile und manchmal amüsante Sachen in der Rechtsextremen Szene. Man erinnere sich an die Blitzehe von Mike Nwaiser und einer Aktivistin der Apfelfront. Jetzt gibts mal wieder was neues. Der wegen dem Attentat auf den Regensburger Polizeichef Mannichl festgenomme Manuel Heine, hatte jetzt seinen Prozess. Allerdings nicht wegen der Mannichl-sache, sondern wegen Tier- und Kinderpornos, die bei der deswegen stattfindenden Hausdruchsuchung gefunden wurden. Zeigt sich mal wieder schön die Doppelmoral in der extremen Rechten.

Iran aktuell – Aufbruch oder Revolution?

Die innenpolitische Lage des Iran hat für die gesamte Welt eine bedeutende Rolle. Ist es doch das einwohnerreichste Land des konfliktreichen Nahen Ostens und auch das wirtschaftlich bedeutenste in der Region. Der ehemalige US-Präsident Carter bezeichnete das Land witzigerweise kurz vor der „islamischen2“ Revolution als eine „Insel der Stabilität in einer der turbulentesten Gegenden der Welt“. Als Erdöllieferant ist der Iran auch eine wichtige Ressourcen-Quelle für die „westlichen“ Gesellschaften.

Tehran is burning!

Nichtzuletzt ist der Iran aber auch Projektionsfläche für viele unterschiedliche politische Strömungen, unter anderem erfreut sich das Thema auch in der radikalen Linken im Moment großer Beliebtheit. So unterstellt die Autonome Antifa [F] eine „antiimperialistische Blockade der antifaschistischen Linken in Deutschland“ und sieht diese in der Tatsache bestätigt dass antifaschistischen Aktionen zu den Geschehnissen im Iran weitgehend ausblieben. Als herausragender Kontrastpunkt wird die Solidarität für Andreas-Alexandros Grigoropoulos angeführt. Dabei wird aber nicht nur die unzureichende Informationslage durch die Zensur und Repression des iranischen Regimes außer Acht gelassen, sondern auch das Fehlen eines Konsens in der antifaschistischen Bewegung zum Thema Iran. Eine Mögliche Solidarität für die Aufstände im Iran befindet sich also in einem Spannungsfeld zwischen einer nicht-sekularen Oppostions- oder Demokratisierungsbewegung, die wohl vor allem soziale (25-35 % der Bevölkerung ohne Lohnarbeit1, mangelnde Freiheit) Gründe hat, und einer sich als islamisch bezeichnenden theokratischen Führung des Landes. Natürlich sind solche Bestrebungen zu unterstützen, da ein freiheitlicheres Millieu im Land auch emanzipatorischen Gruppen eine bessere Möglichkeit zur politischen Arbeit gibt. Um allerdings von einem möglichen „Schlag gegen die mit […] [dem iranischen Staat] assoziierten rechtsradikalen Terrorgruppen wie Hamas und Hisbollah, […] [und] gegen den politisch-religiösen Fundamentalismus weltweit“ zu sprechen ist es noch reichlich früh.

Dass diese Mobilisierungen oder Demonstrationen die größten und wichtigsten seit der Revolution von 1979 sind, bestätigt auch Payman Piedar ein exilierter Iranischer Anarchist und Redakteur der anarchistischen Zeitschrift Nakhdar in einem Interview mit alasbarricadas.org und anarkismo.net, aber sein Fazit über die Oppositionsbewegung lautet:

Die fortschrittlichen Kräfte können oder dürfen nicht auf die existierende Opposition hoffen. Erstens ist sie nicht laizistisch; sie ist islamisch und für die islamische Verfassung. Sie ist nicht gegen die Person des “Velayate Faghie”, also des obersten religiösen Führers. Sie will nur politische Einflussmöglichkeiten in den Grenzen der Verfassung der Islamischen Republik haben, mehr nicht. Und weil die ArbeiterInnenbewegung überhaupt nicht stark ist – denn wir haben keine Gewerkschaften, die nicht vom Staat kontrolliert werden –, können die Fortschrittlichen diese Gelegenheit nur nutzen, um ein weniger repressives Umfeld zu schaffen – ein Umfeld, das ein wenig freier zum Atmen ist und in dem sich anti-kapitalistische Ziele und langfristige Kampfstrategien organisieren und entwickeln lassen.

Links zum Thema:

  • Iran: tödliche Macht!
  • Anarkeya und al-muqawama
  • „Man hat vor niemandem mehr Angst” – Interview mit einem Iranischen Anarchisten über die Proteste im Land (Original: Una mirada anarquista sobre las protestas en Irán)
  • Ghashgawi beschuldigte zudem die europäischen Medien, sie würden ihren Regierungen bei „der Unterstützung des Anarchismus“ behilftlich sein. ( ;-) )
  • Persepolis 2.0 (Persepolis mit neuen Texten versehen)
  • Das Spiel von Irans Machteleite erstickt die „grüne Revolution“
    1. http://syndikalismus.wordpress.com/2009/07/05/%E2%80%9Eman-hat-vor-niemandem-mehr-angst-interview-mit-einem-iranischen-anarchisten-uber-die-proteste-im-land/ [zurück]
    2. Der Begriff ist irreführend, die Übernahme dieses Begriffs von „westlichen“ Medien kann im Zusammenhang mit einer vorherrschenden, abwertenden Konotation des Begriffs „Islam“ in Europa gesehen werden. Ausführlichere Erläuterung in den folge Artikeln, die noch erscheinen werden! [zurück]

    CSD München


    Nun ist der CSD also vorbei. Der Linke Block war recht gut gefüllt. Die Stimmung und das Wetter waren ausgezeichnet. Ab ca. der hälfte wurde dem Linken Block dann zusätzlich zu den zahlreichen ZiviBullen auch noch ein einseitiges Bullenspallier an die Seite gestellt. Da die Bullen aufm CSD immer etwas vorsichtig sind hielten diese sich aber auf Abstand. Was zur Folge hatte das diese sich andauernd den Weg durch die am Rande stehenden Zuschauer*innen wühlen mussten. Das sorgte natürlich für einige Verwunderung.

    Ansonsten blieb alles ruhig und ausgelassen. Die Münchner Nazis waren offensichtlich dies Jahr nicht am Start sondern in Gera. Nach dem Eklat letztes Jahr, als die Nazis während Udes Rede auf dem Marienplatz provozierten und dafür nicht nur von anwesenden Antifaschist*innen einiges an Widerstand abbekamen (was natürlich lächerliche Anzeigen nach sich zog), hatten die Bullen sich dieses Jahr aber offensichtlich besser vorbereitet.

    So stand in der nähe der Bühne ein Trupp USKler bereit, ob diese jetzt Nazigegner*innen oder die Nazis abfangen sollten ist freilich nicht bekannt.
    Alles in allem aber ein erfolgreicher Tag der nächstes Jahr sicher widerholt wird.

    8. Mai doch anders…

    Tja dann kam doch vieles anders wie erwartet. Fast keine Nationalfahnen auf der Demo(eine SU Fahne habe ich gesehen). Und das Ende der Demo war für München mal wieder überraschend gut. Bericht gibts bei Indymedia . Hier auch schonmal die zwei schönsten Bilder aus dem Bericht:

    8. Mai in München.

    Eigentlich freue ich mich schon richtig auf den 8. Mai. Es gibt endlich mal wieder eine Antifa Demo bei der nicht den Nazis hinter her gelaufen werden muss (Die warten brav an ihrer Heulkundgebung). Am Abend gibts dann etlich Partys auf denen die Befreiung ausgiebig gefeiert werden kann. Nachdem ich aber den eigentlich sehr gelungenen Aufruf der Antifa Jugend München gelesen hab, kann ich mir schon denken auf was das wieder rauslaufen wird.

    Deswegen rufen wir alle auf, am 8.Mai um 17:30 in die Thalkirchnerstraße, Ecke Kapuzinerstraße, zu kommen und mit zu demonstrieren. Auch ist ein Verbot der Fahnen der Siegermächte über den deutschen Faschismus nicht akzeptabel.

    Das riecht mal wieder nach Fahnenprovo. Die von manchen Münchnern als Party Antifa bezeichnete entwickelt so langsam also eine „Praxis“.